Hausstaubmilben im Bett – erkennen, Allergene reduzieren und richtig handeln
Diese Seite gibt einen Überblick über Hausstaubmilben im Bett, typische Beschwerden und sinnvolle erste Massnahmen. Vertiefende Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Schlafproblemen.
Hausstaubmilben kommen in fast jedem Haushalt vor und sind kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Besonders häufig finden sie sich in Matratzen, Kissen, Bettdecken, Polstern und anderen textilen Bereichen.
Für Menschen ohne Allergie bleiben sie normalerweise unbemerkt. Bei einer Hausstaubmilbenallergie können dagegen allergieauslösende Eiweisse aus Milbenkot und weiteren Milbenbestandteilen Beschwerden verursachen.
- Hausstaubmilben sind mit blossem Auge normalerweise nicht zu erkennen.
- Sie beissen und stechen nicht.
- Beschwerden entstehen bei Allergikern hauptsächlich durch Milbenallergene.
- Morgendliches Niesen oder eine verstopfte Nase können Hinweise sein, beweisen aber keine Allergie.
- Eine sichere Diagnose erfolgt durch eine medizinische Abklärung.
- Das Ziel ist nicht ein vollständig milbenfreies Bett, sondern ein geringerer Kontakt mit Allergenen.
Was sind Hausstaubmilben?
Hausstaubmilben sind sehr kleine Spinnentiere, die in bewohnten Innenräumen vorkommen. Sie halten sich besonders gerne in textilen Materialien auf und ernähren sich unter anderem von abgestorbenen Hautschuppen.
Im Bett finden sie geeignete Bedingungen, weil dort regelmässig Wärme, Feuchtigkeit und Hautschuppen zusammentreffen. Weitere mögliche Aufenthaltsorte sind:
- Teppiche,
- Polstermöbel,
- Vorhänge,
- Stofftiere,
- gepolsterte Kopfteile.
Der umgangssprachliche Ausdruck Bettmilben bezeichnet normalerweise Hausstaubmilben im Schlafbereich. Es handelt sich nicht um eine eigene Milbenart.
Kann man Hausstaubmilben im Bett sehen?
Hausstaubmilben sind so klein, dass sie mit blossem Auge normalerweise nicht sicher erkannt werden können. Auch ein scheinbar sauberes Bett kann Hausstaubmilben und Milbenallergene enthalten.
Ein Milbenbefall lässt sich deshalb nicht zuverlässig durch eine reine Sichtkontrolle feststellen. Dunkle Punkte, Flecken auf dem Bettlaken oder sichtbare Tiere sind nicht automatisch Hausstaubmilben.
Wer morgens regelmässig Beschwerden hat, sollte nicht versuchen, anhand des Bettes selbst eine Diagnose zu stellen. Entscheidend ist, ob die Beschwerden und medizinischen Testergebnisse zusammenpassen.
Welche Beschwerden können zu einer Hausstaubmilbenallergie passen?
Bei einer Hausstaubmilbenallergie treten Beschwerden häufig während der Nacht oder am Morgen auf. Sie können grundsätzlich das ganze Jahr über bestehen.
Mögliche Anzeichen sind:
- häufiges Niesen,
- laufende oder verstopfte Nase,
- Juckreiz in der Nase,
- juckende, gerötete oder tränende Augen,
- Hustenreiz,
- Kratzen im Hals,
- pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit,
- Müdigkeit durch einen gestörten Schlaf.
Auch verstärkte Beschwerden beim Bettenmachen, Staubsaugen oder Wechseln der Bettwäsche können ein Hinweis sein. Dabei werden Staub und darin enthaltene Allergene aufgewirbelt.
Diese Beschwerden beweisen keine Hausstaubmilbenallergie. Auch Pollen, Tierallergene, Schimmel, Infekte und andere Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen.
Mehr zu Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie auf der Seite Hausstauballergie.
Hausstauballergie oder Erkältung?
Eine Hausstaubmilbenallergie und eine Erkältung können sich ähnlich anfühlen. Einige typische Unterschiede können bei der ersten Einordnung helfen.
| Merkmal | Hausstaubmilbenallergie | Erkältung |
|---|---|---|
| Verlauf | kann über Wochen, Monate oder ganzjährig auftreten | beginnt meist relativ plötzlich und klingt normalerweise wieder ab |
| Zeitpunkt | häufig nachts, morgens oder beim Staubaufwirbeln stärker | weniger deutlich an das Bett oder Schlafzimmer gebunden |
| Nase | häufig Niesreiz, Juckreiz sowie klare oder verstopfte Nase | oft zusätzlich Halsbeschwerden und allgemeines Krankheitsgefühl |
| Augen | Juckreiz und Tränen sind typisch möglich | juckende Augen sind weniger typisch |
| Fieber | gehört normalerweise nicht zur Allergie | kann bei einem Infekt auftreten |
Die Tabelle ist nur eine Orientierung und ersetzt keine Diagnose. Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt?
Eine Diagnose beginnt normalerweise mit einem Gespräch über Beschwerden, Zeitpunkt, Wohnumgebung und mögliche weitere Allergien.
Je nach Situation können danach verschiedene Untersuchungen erfolgen:
- Hauttest: Bei einem Prick-Test werden geringe Mengen verschiedener Allergene auf die Haut aufgetragen.
- Bluttest: Im Blut können spezifische Antikörper gegen Hausstaubmilbenallergene bestimmt werden.
- Provokationstest: In ausgewählten Fällen wird geprüft, ob das Allergen an Nase oder Augen tatsächlich Beschwerden auslöst.
Ein positiver Haut- oder Bluttest zeigt zunächst eine Sensibilisierung. Ärztlich muss zusätzlich beurteilt werden, ob diese Sensibilisierung die tatsächlichen Beschwerden erklärt.
Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Hausstauballergie-Test und Diagnose.
Was löst die allergische Reaktion aus?
Nicht der Hausstaub selbst und auch nicht die Bewegung der Milben lösen die Allergie aus. Verantwortlich sind bestimmte Eiweisse, die sich vor allem in den Ausscheidungen der Hausstaubmilben und in weiteren Milbenbestandteilen befinden.
Diese Allergene verbinden sich mit dem Hausstaub. Sie können beispielsweise aufgewirbelt werden:
- beim Bettenmachen,
- beim Ausschütteln von Kissen und Bettdecken,
- beim Wechseln der Bettwäsche,
- beim Staubsaugen,
- durch Luftbewegung im Schlafzimmer.
Mehr über diese Allergene erfahren Sie im Lexikonbeitrag Milbenkot und Milbenallergene.
Wo befinden sich Hausstaubmilben und Allergene im Bett?
Hausstaubmilben und ihre Rückstände können sich in verschiedenen Bereichen des Bettes sammeln. Die genaue Verteilung ist von Bett zu Bett unterschiedlich.
Matratze
Die Matratze besitzt eine grosse Oberfläche und viele textile oder poröse Bereiche. Sie wird deshalb bei Massnahmen gegen Milbenallergene besonders häufig berücksichtigt.
Weitere Informationen finden Sie unter Milben in der Matratze.
Kopfkissen
Das Kopfkissen liegt direkt im Bereich von Nase, Augen und Atemwegen. Seine Waschbarkeit, das Pflegeintervall und ein möglicher Schutzbezug können deshalb besonders relevant sein.
Mehr dazu lesen Sie unter Milben im Kopfkissen.
Bettdecke
Auch die Bettdecke ist körpernah und nimmt während der Nacht Wärme und Feuchtigkeit auf. Ob sie gewaschen werden kann oder mit einem Schutzbezug verwendet werden sollte, hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Bettwäsche
Duvetbezüge, Kissenbezüge und Fixleintücher sammeln Hautschuppen, Staub und Feuchtigkeit. Weil sie leichter waschbar sind als Matratze, Kissen oder Bettdecke, spielen sie bei der regelmässigen Pflege eine wichtige Rolle.
Milbenbisse im Bett – beissen Hausstaubmilben?
Hausstaubmilben beissen und stechen nicht. Sie leben nicht auf dem Menschen und ernähren sich nicht von Blut.
Juckreiz oder gereizte Haut können mit einer allergischen Reaktion oder einer bestehenden Hauterkrankung zusammenhängen. Einzelne rote Punkte, klar erkennbare Stiche oder gruppierte Hautstellen sollten jedoch nicht automatisch Hausstaubmilben zugeschrieben werden.
Mögliche andere Ursachen sind beispielsweise:
- Bettwanzen,
- andere stechende Insekten,
- Krätzmilben,
- Kontaktreaktionen,
- trockene oder gereizte Haut,
- andere Hauterkrankungen.
Mehr zur Unterscheidung erfahren Sie im Beitrag Milbenbisse im Bett – was wirklich dahinterstecken kann.
Was kann den Kontakt mit Milbenallergenen reduzieren?
Hausstaubmilben lassen sich in einem bewohnten Haushalt nicht vollständig beseitigen. Sinnvoll ist deshalb eine Kombination mehrerer Massnahmen.
1. Allergie medizinisch abklären
Aufwendige Veränderungen im Schlafzimmer sind vor allem dann sinnvoll, wenn tatsächlich eine klinisch relevante Hausstaubmilbenallergie besteht.
Bei anhaltenden Beschwerden sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob Hausstaubmilben wirklich der Auslöser sind.
2. Milbendichte Schutzbezüge prüfen
Ein milbendichter Schutzbezug bildet eine zusätzliche Barriere zwischen dem Bettprodukt und der schlafenden Person. Solche Bezüge gibt es für:
- Matratzen,
- Kopfkissen,
- Bettdecken.
Ein Schutzbezug kann den Kontakt mit Allergenen verringern. Er entfernt die Hausstaubmilben jedoch nicht und garantiert keine Beschwerdefreiheit.
Am sinnvollsten werden Schutzbezüge als Teil eines Gesamtkonzepts eingesetzt. Dazu gehören auch regelmässiges Waschen, ein geeignetes Raumklima und eine staubarme Reinigung.
3. Normale Bettwäsche regelmässig waschen
Duvetbezug, Kissenbezug und Fixleintuch sollten regelmässig gewechselt und nach Pflegeetikett gewaschen werden.
Bei bestätigter Hausstaubmilbenallergie wird häufig eine Wäsche bei ungefähr 60 °C empfohlen, sofern das Textil dafür freigegeben ist. Eine höhere Temperatur darf nicht verwendet werden, wenn das Pflegeetikett sie verbietet.
Alle Textilien sollten nach der Wäsche vollständig trocknen.
4. Kissen und Bettdecken richtig pflegen
Ob ein Kissen oder eine Bettdecke bei 60 °C gewaschen werden kann, hängt vom vollständigen Produkt ab. Füllmaterial, Stoff, Steppung und Nähte müssen für die Reinigung geeignet sein.
Nicht waschbare Bettwaren sollten nicht auf eigenes Risiko heiss gewaschen werden. Mögliche Alternativen sind:
- ein geeigneter milbendichter Schutzbezug,
- ein waschbares Ersatzprodukt,
- eine professionelle Reinigung nach Pflegeetikett.
5. Feuchtigkeit im Schlafzimmer begrenzen
Hausstaubmilben bevorzugen eine warme und feuchte Umgebung. Dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit sollte deshalb vermieden werden.
Hilfreich sind:
- regelmässiges kurzes Lüften,
- ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit,
- feuchte Wäsche möglichst nicht im Schlafzimmer trocknen,
- Luftbefeuchter nur bei tatsächlichem Bedarf verwenden,
- Kondenswasser und mögliche Feuchtigkeitsprobleme prüfen.
Das Schlafzimmer sollte eher kühl, aber für die schlafende Person trotzdem angenehm sein. Entscheidend ist zusätzlich eine Bettdecke mit passendem Wärmegrad.
6. Staub möglichst schonend entfernen
Staub sollte möglichst entfernt und nicht nur aufgewirbelt werden.
- Glatte Flächen feucht abwischen.
- Bei Bedarf einen Staubsauger mit geeignetem Filter verwenden.
- Teppiche und unnötige textile Staubfänger reduzieren.
- Waschbare Vorhänge und kleine waschbare Teppiche bevorzugen.
- Gepolsterte Kopfteile regelmässig reinigen.
Bei einer starken Allergie kann es angenehmer sein, wenn eine andere Person staubsaugt und das Bett neu bezieht. Anschliessend sollte der Raum gut gelüftet werden.
Was ist ein Encasing?
Ein Encasing ist ein besonders dichter Schutzbezug, der Matratze, Kissen oder Bettdecke vollständig umschliesst. Er wird normalerweise mit einem Reissverschluss geschlossen und unter der gewöhnlichen Bettwäsche verwendet.
Ein Encasing sollte:
- das Bettprodukt rundum umschliessen,
- für Milbenallergene geprüft sein,
- einen dicht schliessenden Reissverschluss besitzen,
- zur Grösse des Produkts passen,
- nach Herstellerangabe waschbar sein,
- ausreichend luft- und wasserdampfdurchlässig sein.
Ein gewöhnliches Fixleintuch, ein Molton oder eine Auflage umschliesst die Matratze nicht zwingend vollständig. Ob ein Produkt als milbendichte Barriere geeignet ist, muss aus der konkreten Produktbeschreibung hervorgehen.
Unsere verfügbaren Schutzlösungen finden Sie in der Kategorie Milbenschutz-Bettwäsche und Schutzbezüge.
Wie werden Milbenschutzbezüge gepflegt?
Ein Milbenschutzbezug bleibt normalerweise dauerhaft unter der gewöhnlichen Bettwäsche. Er wird daher nicht automatisch so häufig gewaschen wie Duvet- und Kissenbezüge.
Beachten Sie immer die Angaben des Herstellers zu:
- Waschtemperatur,
- Waschintervall,
- Waschmittel,
- Trocknung,
- Pflege des Reissverschlusses.
Vor dem erneuten Beziehen muss das Encasing vollständig trocken sein. Ein beschädigter Stoff oder ein nicht richtig geschlossener Reissverschluss kann die Barrierewirkung beeinträchtigen.
Wie wirksam sind Milbenschutzbezüge?
Milbendichte Bezüge können die Belastung durch Allergene aus Matratze, Kissen oder Bettdecke reduzieren. Wie stark sich dadurch die Beschwerden verbessern, ist individuell verschieden.
Ein einzelner Schutzbezug reicht häufig nicht aus. In medizinischen Leitlinien werden Encasings deshalb gemeinsam mit weiteren Massnahmen betrachtet, beispielsweise:
- waschbarer Bettwäsche,
- einer angepassten Reinigung,
- einem geeigneten Raumklima,
- medizinischer Behandlung bei Bedarf.
Ein Encasing ist somit keine Heilbehandlung und kein Ersatz für eine allergologische Abklärung.
Hilft ein Milbensauger?
Ein sogenannter Milbensauger kann Staub, Hautschuppen und oberflächliche Rückstände von Matratzen oder Polstern aufnehmen. Er entfernt jedoch nicht sicher alle Milben und Allergene aus tieferen Materialschichten.
Entscheidender als die Bezeichnung Milbensauger ist:
- eine gute Staubaufnahme,
- ein geeignetes Filtersystem,
- möglichst wenig austretender Feinstaub,
- die regelmässige und sachgerechte Anwendung.
UV-Licht, Klopffunktionen oder Wärmefunktionen machen ein Gerät nicht automatisch medizinisch wirksam. Ein solcher Sauger kann eine Reinigungsroutine ergänzen, ersetzt aber weder Schutzbezüge noch die übrigen Massnahmen.
Sind Anti-Milben-Sprays sinnvoll?
Anti-Milben-Sprays enthalten je nach Produkt unterschiedliche Wirkstoffe. Auch wenn Milben dadurch abgetötet werden, bleiben allergieauslösende Rückstände zunächst im Material und müssen entfernt werden.
Sprays können zudem Duftstoffe oder andere Bestandteile enthalten, die empfindliche Atemwege reizen. Sie sollten deshalb nicht als erste oder einzige Massnahme eingesetzt werden.
Bei bestehendem Asthma, empfindlichen Atemwegen, Kindern oder Haustieren sollte die Anwendung besonders sorgfältig geprüft werden.
Welche Bettdecke eignet sich bei Hausstaubmilbenallergie?
Keine Bettdeckenfüllung ist vollständig milbenfrei. Auch die Bezeichnung Naturfaser oder Kunstfaser sagt allein wenig darüber aus, wie gut ein Produkt bei einer Hausstaubmilbenallergie geeignet ist.
Wichtiger sind:
- die Waschbarkeit der vollständigen Bettdecke,
- die erlaubte Waschtemperatur,
- die Möglichkeit, einen Schutzbezug zu verwenden,
- eine passende Grösse,
- ein zum persönlichen Bedarf passender Wärmegrad,
- vollständige und schnelle Trocknung nach dem Waschen.
Eine sehr warme Bettdecke kann unnötiges Schwitzen fördern. Eine zu leichte Bettdecke kann dagegen zum Frieren führen. Der passende Wärmegrad bleibt deshalb auch für Allergiker wichtig.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Kaufberatung zu Bettdecken für Allergiker.
Was sollte man zuerst tun?
Die passende Reihenfolge hängt davon ab, ob die Allergie bereits bestätigt wurde.
Bei noch nicht abgeklärten Beschwerden
- Beobachten Sie, wann und wo die Beschwerden auftreten.
- Lassen Sie länger anhaltende Beschwerden medizinisch abklären.
- Vermeiden Sie übereilte und teure Komplettumbauten des Schlafzimmers.
Bei bestätigter Hausstaubmilbenallergie
- Besprechen Sie sinnvolle Massnahmen mit der behandelnden Fachperson.
- Prüfen Sie milbendichte Bezüge für Matratze, Kissen und gegebenenfalls Bettdecke.
- Waschen Sie die normale Bettwäsche regelmässig nach Pflegeetikett.
- Reduzieren Sie dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit.
- Reinigen Sie Staubflächen feucht und möglichst allergenarm.
- Kontrollieren Sie nach einiger Zeit, ob sich die Beschwerden verändern.
Entdecken Sie unsere Schutzbezüge für Kissen, Bettdecken und Matratzenbereich.
Milbenschutzbezüge ansehen Allergietest verstehenWann ist ärztliche Hilfe wichtig?
Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- Beschwerden über längere Zeit bestehen,
- die Symptome den Schlaf regelmässig stören,
- Nasensprays oder andere Mittel häufig benötigt werden,
- Husten, pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit auftreten,
- bestehendes Asthma schlechter kontrolliert ist,
- bei Kindern regelmässig nächtliche Atembeschwerden auftreten,
- unklare oder starke Hautveränderungen vorhanden sind.
Bei plötzlich auftretender starker Atemnot, ausgeprägtem pfeifendem Atmen oder einer deutlichen Verschlechterung eines bekannten Asthmas ist sofort medizinische Hilfe notwendig.
Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie behandelt?
Massnahmen im Schlafzimmer können den Kontakt mit Allergenen reduzieren. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung.
Je nach Beschwerden können Ärztinnen und Ärzte beispielsweise folgende Möglichkeiten prüfen:
- Medikamente gegen allergischen Schnupfen,
- geeignete Nasensprays,
- Behandlung von allergischem Asthma,
- eine allergenspezifische Immuntherapie.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt von Diagnose, Beschwerden, Alter und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Häufige Fragen zu Hausstaubmilben im Bett
Sind Hausstaubmilben ein Zeichen mangelnder Hygiene?
Nein. Hausstaubmilben kommen auch in regelmässig gereinigten Wohnungen vor. Reinigung und Raumklima können die Belastung beeinflussen, eine vollständig milbenfreie Wohnung ist jedoch unrealistisch.
Woran erkenne ich Hausstaubmilben im Bett?
Die Tiere selbst sind mit blossem Auge normalerweise nicht erkennbar. Hinweise können morgendliches Niesen, eine verstopfte Nase oder juckende Augen sein. Solche Beschwerden müssen aber medizinisch eingeordnet werden.
Wo sitzen die meisten Hausstaubmilben?
Matratzen, Kissen, Bettdecken und andere textile Bereiche sind wichtige Aufenthaltsorte. Welcher Bereich am stärksten belastet ist, lässt sich ohne Untersuchung nicht sicher sagen.
Beissen Hausstaubmilben?
Nein. Hausstaubmilben beissen und stechen nicht. Sichtbare Stiche oder einzelne rote Hautstellen haben normalerweise eine andere Ursache.
Hilft ein Encasing wirklich?
Ein geprüftes Encasing kann den Kontakt mit Milbenallergenen reduzieren. Eine sichere Beschwerdefreiheit lässt sich dadurch nicht garantieren. Schutzbezüge sind am sinnvollsten als Teil mehrerer abgestimmter Massnahmen.
Muss die Bettwäsche jede Woche bei 60 °C gewaschen werden?
Bei bestätigter Hausstaubmilbenallergie wird häufig eine regelmässige Wäsche bei ungefähr 60 °C empfohlen. Voraussetzung ist, dass das Pflegeetikett diese Temperatur erlaubt.
Müssen Encasings ebenfalls jede Woche gewaschen werden?
Normalerweise nicht. Für das Waschintervall des Schutzbezugs gelten die Angaben des Herstellers. Die gewöhnliche Bettwäsche wird darüber verwendet und häufiger gewechselt.
Ist eine synthetische Bettdecke immer besser für Allergiker?
Nein. Entscheidend sind die Waschbarkeit des vollständigen Produkts, die Pflege, ein möglicher Schutzbezug und die individuelle Verträglichkeit. Die Füllungsart allein entscheidet nicht über die Eignung.
Kann man Hausstaubmilben vollständig entfernen?
Nein. Das realistische Ziel ist, Milbenallergene und den Kontakt mit ihnen zu reduzieren.
Hilft ein Luftreiniger?
Ein Luftreiniger kann bestimmte Schwebstoffe aus der Raumluft filtern. Viele Milbenallergene befinden sich jedoch in Bettwaren, Matratzen und abgelagertem Staub. Ein Luftreiniger ersetzt deshalb keine Massnahmen direkt am Bett.
Wann ist ein Allergietest sinnvoll?
Ein Test ist sinnvoll, wenn Beschwerden länger anhalten, regelmässig nachts oder morgens auftreten oder der Verdacht auf allergisches Asthma besteht.
Weitere Informationen zu Milben und Hausstauballergie
- Hausstauballergie – Symptome und Hilfe
- Milben im Bett – Verteilung und Hintergrund
- Milben in der Matratze
- Milben im Kopfkissen
- Milben und Allergene reduzieren
- Schlafzimmer milbenärmer gestalten
- Milbenschutzbezüge richtig verwenden
Fazit: Nicht jede Milbe entfernen, sondern Allergenkontakt reduzieren
Hausstaubmilben kommen in fast jedem Bett vor und sind normalerweise nicht sichtbar. Für Menschen ohne Allergie sind sie meist kein Problem. Bei einer Hausstaubmilbenallergie können ihre Allergene jedoch Niesen, eine verstopfte Nase, juckende Augen, Husten und Atembeschwerden auslösen.
Beschwerden allein reichen nicht für eine Diagnose. Bei länger anhaltenden Symptomen sollte deshalb zunächst medizinisch geklärt werden, ob tatsächlich eine Hausstaubmilbenallergie besteht.
Bei bestätigter Allergie ist meist eine Kombination mehrerer Massnahmen sinnvoll: geprüfte Schutzbezüge, regelmässig gewaschene Bettwäsche, ein nicht zu feuchtes Schlafzimmer und eine möglichst staubarme Reinigung. Ein einzelnes Produkt kann diese Gesamtstrategie nicht ersetzen.
Vergleichen Sie Milbenschutzbezüge für Kissen, Bettdecke und Matratzenbereich.
Milbenschutz-Bettwäsche ansehen Weitere Massnahmen ansehenZur Übersicht: Ratgeber zu Schlafproblemen
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bei Atemproblemen ist eine medizinische Abklärung erforderlich.