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Bettwäsche Stoffe und Webarten – Unterschiede einfach erklärt

Kurz erklärt:

Baumwolle, Leinen, Satin, Perkal, Jersey oder Flanell beschreiben nicht alle dasselbe. Baumwolle und Leinen sind Materialien, Satin und Perkal hängen mit der Stoffkonstruktion zusammen, Jersey ist Maschenware und Flanell erhält seinen typischen Charakter durch eine angeraute Oberfläche. Erst das Zusammenspiel aus Faser, Garn, Konstruktion und Verarbeitung bestimmt, wie sich Bettwäsche tatsächlich anfühlt.

Die Wahl der richtigen Bettwäsche Stoffe und Webarten beeinflusst, wie glatt, weich, frisch oder warm sich Bettwäsche auf der Haut anfühlt.

Deshalb können zwei Bettwäschen aus 100 % Baumwolle völlig unterschiedlich wirken. Baumwoll-Satin fühlt sich beispielsweise anders an als Baumwoll-Perkal, Renforcé, Jersey oder Flanell.

Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Begriffe und hilft Ihnen dabei, einen Stoff passend zu Ihrem persönlichen Wärme- und Hautempfinden auszuwählen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie:
  • was der Unterschied zwischen Faser, Webart und Stoffart ist
  • warum sich verschiedene Baumwollstoffe unterschiedlich anfühlen
  • welche Stoffe eher frisch oder eher warm wirken
  • wie sich Satin, Perkal, Jersey, Renforcé, Linon, Seersucker, Musselin, Leinen und Flanell unterscheiden
  • welche Stoffe bei Bettwäsche und Bettdeckenhüllen verwendet werden

Faser, Webart und Stoffart – wo liegt der Unterschied?

Viele Begriffe für Bettwäsche werden im Alltag nebeneinander verwendet. Textiltechnisch beschreiben sie jedoch unterschiedliche Eigenschaften eines Stoffes.

Ebene Was wird beschrieben? Beispiele
Faser / Material Aus welchem Material bestehen die Fäden? Baumwolle, Leinen, Lyocell, Polyester
Gewebebindung Wie kreuzen sich Kett- und Schussfäden? Leinwandbindung, Atlasbindung, Köperbindung
Maschenkonstruktion Der Stoff entsteht aus miteinander verbundenen Maschen. Jersey
Oberfläche / Ausrüstung Wie wird der fertige Stoff weiterbearbeitet? angeraut, geglättet, gekreppt
Stoffbezeichnung Bezeichnet eine bestimmte Kombination dieser Merkmale. Perkal, Renforcé, Flanell, Linon, Seersucker

Das erklärt, warum die Angabe „100 % Baumwolle“ allein noch wenig darüber aussagt, wie sich eine Bettwäsche anfühlt.

Was bestimmt das Liegegefühl einer Bettwäsche?

Das Haut- und Wärmegefühl entsteht aus mehreren Faktoren:

  • verwendete Faser
  • Qualität und Feinheit des Garns
  • Web- oder Maschenkonstruktion
  • Dichte und Gewicht des Stoffes
  • Oberflächenbehandlung und weitere Verarbeitung

Die Webart ist deshalb wichtig, aber nicht allein für das Schlafgefühl verantwortlich.

Wichtig: Bettdeckenhülle und Bettwäsche sind nicht dasselbe

Bei Bettwaren befinden sich normalerweise zwei verschiedene Stoffschichten zwischen Körper und Füllmaterial.

  • Hülle der Bettdecke: Sie umschliesst die Füllung und ist fest mit der Bettdecke vernäht.
  • Bettwäsche: Sie wird über Bettdecke und Kissen gezogen, liegt direkt auf der Haut und wird regelmässig gewechselt und gewaschen.

Bei der Bettdeckenhülle sind geringes Gewicht, Haltbarkeit und eine zur Füllung passende Gewebedichte besonders wichtig. Bei Daunen muss die Hülle beispielsweise ausreichend daunendicht sein.

Bei Bettwäsche stehen dagegen Hautgefühl, Temperatur, Pflege und persönliche Vorlieben stärker im Vordergrund.

Wie Hülle, Füllung und Steppung zusammenwirken, erklären wir im Ratgeber zum Aufbau einer Bettdecke.

Baumwolle – Grundlage vieler Bettwäsche-Stoffe

Baumwolle ist eine Naturfaser und eines der wichtigsten Materialien für Bettwäsche.

Aus Baumwolle können sehr unterschiedliche Stoffe entstehen, beispielsweise:

  • Satin
  • Perkal
  • Renforcé
  • Linon
  • Jersey
  • Flanell
  • Seersucker
  • Musselin

Baumwolle kann Feuchtigkeit aufnehmen. Wie glatt, weich, luftig oder warm die fertige Bettwäsche wirkt, hängt jedoch wesentlich von der weiteren Verarbeitung ab.

Mehr über die Faser erfahren Sie unter Baumwolle und Mako-Baumwolle.

Was bedeutet Mako?

Mako bezeichnet bei Bettwäsche eine feine Baumwollqualität und keine eigene Webart. Ein Begriff wie Mako-Satin verbindet deshalb die verwendete Baumwollqualität mit der Satin-Konstruktion des Stoffes.

Stoffe für die Hülle einer Bettdecke

Die Anforderungen an eine Bettdeckenhülle unterscheiden sich von denen an einen Bettbezug. Die Hülle muss vor allem zur verwendeten Füllung passen.

Daunenbatist

Daunenbatist ist ein sehr feines und leichtes Gewebe für Daunendecken. Trotz des geringen Gewichts muss die Hülle so dicht gearbeitet sein, dass Daunen und feine Federbestandteile zuverlässig innerhalb der Bettdecke bleiben.

Daunenbatist genauer erklärt

Daunenperkal

Auch feine und dicht gewebte Perkalqualitäten werden als Hüllen für Daunendecken eingesetzt. Entscheidend ist nicht allein der Begriff Perkal, sondern die konkrete daunendichte Ausführung.

Einschütte

Als Einschütte werden dichte und robuste Hüllengewebe für Bettwaren bezeichnet. Die konkrete Ausführung hängt vom vorgesehenen Füllmaterial und der Konstruktion der Bettdecke ab.

Hüllen für Naturhaar- und Pflanzenfaser-Bettdecken

Bei Bettdecken mit Schafwolle, Alpaka, Kamelhaar oder pflanzlichen Fasern werden ebenfalls leichte, stabile und zur Füllung passende Stoffe verwendet.

Wie sich eine Bettdecke anfühlt, hängt deshalb nicht nur von der Füllung, sondern auch vom Gewicht und von der Beschaffenheit ihrer Hülle ab.

Bettwäsche Stoffe und ihre Eigenschaften

Satin und Feinsatin

Baumwoll-Satin wird in Atlasbindung hergestellt. Dadurch entsteht eine besonders glatte Oberfläche mit häufig leichtem Glanz.

Satin fühlt sich geschmeidig an und wird gerne für hochwertige Bettwäsche verwendet. Das tatsächliche Wärmegefühl hängt von Dichte, Gewicht und Verarbeitung des konkreten Stoffes ab.

Feinsatin bezeichnet eine besonders fein ausgeführte Satinqualität und keine zusätzliche grundlegende Webart.

Baumwoll-Satin genauer erklärt

Perkal

Perkal ist ein feines und dicht gearbeitetes Gewebe in Leinwandbindung. Typisch sind eine matte Oberfläche und ein eher frischer, etwas knackiger Griff.

Perkal eignet sich besonders für Menschen, die glatte Bettwäsche ohne Glanz und mit einem frischen Hautgefühl bevorzugen.

Baumwoll-Perkal genauer erklärt

Renforcé

Renforcé ist ebenfalls ein Baumwollgewebe in Leinwandbindung. Der Stoff besitzt typischerweise eine glatte, matte Oberfläche und ein klassisches Baumwollgefühl.

Renforcé wirkt für viele Menschen weder ausgesprochen warm noch besonders frisch und eignet sich deshalb gut als vielseitige Alltagsbettwäsche.

Renforcé Bettwäsche genauer erklärt

Linon

Linon ist ein Baumwollgewebe mit eher festem, klassischem und häufig leicht leinenähnlichem Charakter.

Wie fein oder fest sich Linon anfühlt, hängt von Garn, Gewebedichte und Verarbeitung ab.

Linon Bettwäsche genauer erklärt

Jersey

Jersey ist keine Webart, sondern Maschenware. Statt sich kreuzender Kett- und Schussfäden besteht der Stoff aus miteinander verbundenen Maschen.

Dadurch ist Jersey typischerweise elastisch, weich und anschmiegsam. Die Maschenkonstruktion sorgt ausserdem dafür, dass der Stoff weniger leicht starke Falten bildet als viele klassische Webstoffe.

Jersey muss deshalb häufig nicht oder nur wenig gebügelt werden. Ob dies tatsächlich notwendig ist, hängt jedoch vom Produkt und den persönlichen Ansprüchen ab.

Seersucker

Seersucker besitzt eine typische wellige beziehungsweise geraffte Oberfläche. Dadurch liegt der Stoff nicht überall flach auf der Haut.

Viele Menschen empfinden Seersucker deshalb in wärmeren Nächten als angenehm. Ein weiterer praktischer Vorteil ist die strukturierte Optik: Bettwäsche aus Seersucker muss normalerweise nicht glatt gebügelt werden.

Musselin

Musselin ist ein locker wirkender, häufig mehrlagig verarbeiteter Stoff. Typisch ist eine weiche und leicht strukturierte Oberfläche.

Bei Bettwäsche wird Musselin vor allem wegen seines natürlichen, weichen und ungezwungenen Charakters geschätzt. Die typische Struktur gehört zum Erscheinungsbild und muss nicht glatt gebügelt werden.

Leinen

Leinen ist keine Webart, sondern ein Material aus Flachsfasern.

Typisch ist ein eher trockener und natürlicher Griff. Leinen kann Feuchtigkeit aufnehmen und wird von vielen Menschen besonders bei warmen Temperaturen als angenehm empfunden.

Neue Leinenstoffe können zunächst etwas fester wirken und werden durch Nutzung und Waschen häufig geschmeidiger.

Leinen genauer erklärt

Flanell und Edelflanell

Flanell erhält seinen typischen Charakter vor allem durch die angeraute Oberfläche. Dadurch wird Luft zwischen den feinen Fasern gehalten und der Stoff fühlt sich weich und wärmer an.

Flanell eignet sich deshalb besonders für Herbst und Winter sowie für Menschen, die nachts schnell frieren.

Edelflanell ist feiner ausgeführt und besitzt typischerweise einen besonders weichen Griff.

Flanell und Edelflanell genauer erklärt

Bettwäsche Stoffe im direkten Vergleich

Stoff Grundlage Typisches Hautgefühl Wärmeeindruck Besonders interessant für
Satin Atlasbindung sehr glatt und geschmeidig ausgewogen glatte und elegante Bettwäsche
Perkal Leinwandbindung frisch und eher knackig eher frisch warme Nächte und frisches Hautgefühl
Renforcé Leinwandbindung glatt und natürlich ausgewogen vielseitige Alltagsbettwäsche
Linon Baumwollgewebe eher fest und klassisch neutral robuste Alltagsbettwäsche
Jersey Maschenware weich und elastisch eher neutral anschmiegsame und pflegeleichte Bettwäsche
Seersucker strukturierte Gewebeoberfläche leicht und strukturiert eher frisch Sommer und bügelfreundliche Pflege
Musselin locker wirkendes Gewebe weich und strukturiert eher leicht natürliches und weiches Liegegefühl
Leinen Flachsfaser trocken und natürlich strukturiert eher frisch warme Nächte und trockenes Hautgefühl
Flanell angerautes Gewebe weich und flauschig warm Winter und Menschen, die schnell frieren

Wichtig: Diese Angaben beschreiben typische Eigenschaften. Garn, Stoffgewicht, Verarbeitung und persönliche Wahrnehmung können das tatsächliche Haut- und Wärmegefühl verändern.

Welche Bettwäsche passt zu mir?

Ich habe nachts schnell warm

Perkal, Leinen oder Seersucker werden häufig als angenehm frisch empfunden. Leichte und glatte Stoffe können besonders in warmen Schlafzimmern angenehm sein.

Die Bettwäsche allein bestimmt die Temperatur jedoch nicht. Eine zu warme Bettdecke bleibt auch mit einer leichten Bettwäsche warm.

Ich friere nachts schnell

Flanell oder Edelflanell fühlen sich durch ihre angeraute Oberfläche deutlich wärmer an als glatte Baumwollgewebe.

Bei starkem Frieren ist zusätzlich der Wärmegrad der Bettdecke entscheidend.

Ich möchte möglichst glatte Bettwäsche

Satin besitzt eine besonders glatte und geschmeidige Oberfläche. Auch Perkal und Renforcé sind glatt, wirken jedoch matter und weniger glänzend.

Ich möchte möglichst wenig bügeln

Jersey, Seersucker und Musselin sind interessant, wenn eine perfekt glatte Oberfläche nicht gewünscht ist. Ihre natürliche Struktur beziehungsweise Maschenkonstruktion macht Falten optisch weniger störend.

Ich möchte klassische Bettwäsche für das ganze Jahr

Renforcé, Satin und Jersey sind für viele Menschen vielseitige Ganzjahresvarianten. Welche Bettwäsche tatsächlich angenehm ist, hängt auch von Raumtemperatur und persönlichem Wärmeempfinden ab.

Ich schwitze nachts stark

Bei starkem Schwitzen sollte nicht nur die Bettwäsche betrachtet werden. Bettdecke, Matratze, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen ebenfalls das Schlafklima.

Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Schlafklima verbessern.

Welche Rolle spielt die Bettdecke?

Die Bettwäsche bestimmt vor allem den direkten Kontakt mit der Haut. Für die Wärme im Bett ist die Bettdecke jedoch besonders wichtig.

Füllmaterial, Füllgewicht, Steppung und Hülle beeinflussen, wie viel Wärme zurückgehalten wird und wie die Bettdecke mit Feuchtigkeit umgeht.

Die Wahl der Bettwäsche sollte deshalb immer zusammen mit der verwendeten Bettdecke betrachtet werden.

Noch unsicher, welche Bettdecke zu Ihnen passt?

Zur Auswahlhilfe für Bettdecken

Häufige Fragen zu Bettwäsche Stoffen und Webarten

Welche Bettwäsche fühlt sich im Sommer besonders frisch an?

Perkal, Leinen und Seersucker werden häufig als frisch empfunden. Stoffgewicht, Verarbeitung, Raumtemperatur und Bettdecke beeinflussen das tatsächliche Wärmegefühl zusätzlich.

Welche Bettwäsche ist besonders warm?

Flanell und Edelflanell gehören zu den Stoffen, die sich besonders warm anfühlen. Ursache ist vor allem die angeraute Oberfläche.

Was ist besser: Perkal oder Satin?

Keiner der beiden Stoffe ist grundsätzlich besser. Perkal fühlt sich typischerweise matt, frisch und etwas knackiger an. Satin ist glatter und geschmeidiger und besitzt häufig einen leichten Glanz.

Was ist der Unterschied zwischen Perkal und Renforcé?

Beide sind Baumwollgewebe in Leinwandbindung. Perkal ist typischerweise feiner und dichter gearbeitet und wirkt häufig frischer und knackiger. Renforcé besitzt ein klassisches, glattes Baumwollgefühl und wird gerne als vielseitiger Alltagsstoff verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Baumwolle und Satin?

Baumwolle bezeichnet das Material beziehungsweise die Faser. Satin beschreibt die Stoffkonstruktion. Baumwoll-Satin ist deshalb ein Satinstoff aus Baumwollgarn.

Ist Jersey eine Webart?

Nein. Jersey ist Maschenware und wird nicht aus sich kreuzenden Kett- und Schussfäden gewebt. Dadurch ist Jersey typischerweise elastischer als viele gewebte Bettwäsche-Stoffe.

Was bedeutet Mako-Satin?

Mako bezieht sich auf die verwendete Baumwollqualität, Satin auf die Stoffkonstruktion. Mako-Satin ist somit ein feiner Satinstoff aus entsprechender Baumwolle.

Ist Renforcé dasselbe wie Baumwolle?

Nein. Baumwolle bezeichnet die Faser. Renforcé ist ein daraus hergestelltes Gewebe in Leinwandbindung. Aus Baumwolle können auch Satin, Perkal, Jersey, Flanell und viele andere Stoffe hergestellt werden.

Ist eine hohe Fadenzahl automatisch besser?

Nein. Eine hohe Fadenzahl allein garantiert keine hochwertige Bettwäsche. Auch Faserqualität, Garn, Stoffkonstruktion, Gewicht und Verarbeitung bestimmen die Qualität und das Liegegefühl.

Warum raschelt meine Bettdecke?

Das Geräusch entsteht meist durch die fest vernähte Hülle der Bettdecke und nicht durch die darübergezogene Bettwäsche. Sehr leichte oder dicht gearbeitete Gewebe können beim Bewegen hörbarer sein. Das ist nicht automatisch ein Qualitätsmangel.

Weiterführendes Wissen

Fazit: Nicht nur das Material entscheidet

Bei Bettwäsche sollte nicht nur auf Begriffe wie Baumwolle, Satin oder Jersey geachtet werden. Das tatsächliche Liegegefühl entsteht aus dem Zusammenspiel von Faser, Garn, Stoffkonstruktion, Gewicht und Verarbeitung.

Wer nachts schnell warm hat, bevorzugt häufig Perkal, Leinen oder Seersucker. Für kalte Nächte fühlt sich Flanell meist angenehmer an. Renforcé, Jersey und Satin sind für viele Menschen vielseitige Varianten für einen grossen Teil des Jahres.

Welche Bettwäsche am besten passt, hängt letztlich vom persönlichen Haut- und Wärmeempfinden sowie von der verwendeten Bettdecke ab.