Aufbau einer Bettdecke: Hülle, Füllung, Steppung und Kammern erklärt
Kurze Antwort: Eine Bettdecke besteht im Wesentlichen aus einer Hülle und einer Füllung. Wie diese Füllung innerhalb der Decke verteilt und fixiert wird, hängt vom Material und von der Konstruktion ab. Steppnähte, Kammern und Stege sorgen je nach Bettdeckentyp dafür, dass die Füllung an der vorgesehenen Stelle bleibt und den gewünschten Wärmegrad entwickeln kann.
Das Füllmaterial ist deshalb nur ein Teil der Bettdecke. Auch Füllmenge, Hülle, Steppung und gesamte Konstruktion beeinflussen Wärmeleistung, Gewicht und Liegegefühl.
Eine Daunendecke benötigt beispielsweise einen anderen Aufbau als eine Bettdecke mit einem zusammenhängenden Vlies aus Schafwolle oder Kamelhaar.
Mehr über die Eigenschaften der einzelnen Füllungen erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Materialien und Füllungen für Bettdecken.
1. Wie ist eine Bettdecke aufgebaut?
Grundsätzlich besteht eine gefüllte Bettdecke aus einer Hülle und einer Füllung. Hinzu kommt eine Konstruktion, die dafür sorgt, dass das Füllmaterial innerhalb der Decke richtig verteilt bleibt.
| Bestandteil | Aufgabe | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hülle | umschliesst die Füllung | beeinflusst Gewicht, Griff und Feuchtigkeitsverhalten |
| Füllung | bildet die isolierende Schicht | beeinflusst Wärmeleistung, Gewicht, Volumen und Feuchtigkeitsverhalten |
| Steppung | fixiert beziehungsweise unterteilt die Füllung | hilft, die Füllung über die Deckenfläche verteilt zu halten |
| Kammern und Stege | bilden bei bestimmten Bettdecken getrennte Füllbereiche | werden besonders bei losen Füllungen eingesetzt und beeinflussen Füllhöhe und Verteilung |
| Randverarbeitung | schliesst die Bettdecke seitlich ab | trägt zu Formstabilität und sauberer Verarbeitung bei |
Der wichtigste Unterschied:
Lose Füllungen wie Daunen müssen innerhalb der Decke in geeigneten Bereichen oder Kammern verteilt werden. Vliesfüllungen wie viele Woll- oder Faserfüllungen bilden dagegen bereits eine zusammenhängende Schicht und werden durch eine passende Steppung mit der Hülle verbunden.
2. Die Hülle der Bettdecke
Die Hülle umschliesst die Füllung und muss auf das jeweilige Material abgestimmt sein.
Bei vielen Bettdecken wird Baumwolle als Bezugsstoff verwendet. Je nach Füllung kommen jedoch unterschiedliche Stoffqualitäten und Webarten zum Einsatz.
Hülle bei Daunendecken
Daunen und feine Federbestandteile benötigen einen dafür geeigneten, dicht gewebten Stoff. Die Hülle soll die Füllung möglichst zuverlässig im Inneren halten und gleichzeitig möglichst wenig unnötiges Gewicht mitbringen.
Mehr dazu erfahren Sie unter Was bedeutet daunendicht?.
Hülle bei Vliesfüllungen
Bei Bettdecken mit einem zusammenhängenden Vlies, beispielsweise aus Schafwolle, Kamelhaar oder bestimmten Faserfüllungen, wird die Füllschicht durch eine zum Material passende Steppung mit der Hülle verbunden.
Hülle, Vliesstärke und Steppbild werden dabei auf den gewünschten Aufbau der Bettdecke abgestimmt.
3. Füllmaterial und Füllmenge
Das Füllmaterial beeinflusst wichtige Eigenschaften einer Bettdecke. Dazu gehören insbesondere Wärmeisolation, Gewicht, Liegegefühl, Feuchtigkeitsverhalten und Pflege.
Typische Füllmaterialien sind beispielsweise:
- Daunen und Federn
- Schafwolle
- Kamelhaar
- Alpaka
- Lyocell
- Baumwolle
- Kunstfasern
Neben dem Material ist die Füllmenge wichtig. Innerhalb vergleichbarer Materialien und Konstruktionen führt eine höhere Füllmenge in der Regel zu mehr Wärmeisolation und meist auch zu einem höheren Gewicht.
Füllgewichte unterschiedlicher Materialien sollten jedoch nicht direkt miteinander verglichen werden. Eine Bettdecke mit 300 g/m² Daunen, Schafwolle oder Kunstfaser besitzt nicht automatisch dieselbe Wärmeleistung.
Einfach merken:
Das Füllgewicht sagt, wie viel Material in der Decke steckt. Der Wärmegrad beschreibt dagegen die Wärmeleistung der fertigen Bettdecke. Für die Auswahl ist der Wärmegrad deshalb meist aussagekräftiger als das Füllgewicht allein.
4. Steppung, Kammern und Stege
Welche Konstruktion sinnvoll ist, hängt stark von der Art der Füllung ab.
Was ist eine Steppung?
Bei einer Steppung werden Hülle und Füllung durch Nähte miteinander verbunden beziehungsweise in bestimmte Bereiche unterteilt.
Je nach Bettdeckentyp können beispielsweise Karo-, Rauten-, Kreis- oder andere Steppmuster verwendet werden. Die Form der Steppung allein sagt noch nicht aus, ob eine Bettdecke für Sommer oder Winter geeignet ist.
Durchgesteppte Konstruktion
Bei einer vollständig durchgesteppten Bettdecke liegen Ober- und Unterstoff entlang der Steppnähte direkt aufeinander. An diesen Stellen ist die Füllschicht entsprechend dünner.
Solche Konstruktionen können bei leichten Bettdecken sinnvoll sein. Der tatsächliche Wärmegrad hängt aber weiterhin von Füllmaterial, Füllmenge und gesamtem Aufbau ab.
Kassettendecke und Innenstege
Bei einer Kassettendecke wird die Fläche in einzelne Kammern unterteilt. Zwischen Ober- und Unterstoff können Stoffstege eingearbeitet sein.
Diese Stege schaffen auch im Bereich der Kammergrenzen zusätzlichen Raum für die Füllung und reduzieren durchgehend sehr dünne Bereiche. Diese Konstruktion wird besonders bei stärker gefüllten Daunendecken verwendet.
Die Steghöhe und Kammergrösse sollten zur Füllmenge und zur gewünschten Wärmeleistung passen.
Mehr dazu finden Sie unter Steg bei Bettdecken.
Nicht verwechseln:
Die Konstruktion beschreibt, wie eine Bettdecke aufgebaut ist. Der Wärmegrad beschreibt, wie stark die fertige Bettdecke isoliert. Eine bestimmte Steppung ist deshalb nicht automatisch immer eine Sommer- oder Winterkonstruktion.
5. Konstruktionen bei Vliesfüllungen
Schafwolle, Kamelhaar, Alpaka und verschiedene Faserfüllungen werden bei Bettdecken häufig als zusammenhängendes Vlies verarbeitet. Dieses Vlies benötigt eine andere Konstruktion als eine lose Daunenfüllung.
Die Steppnähte halten das Vlies mit der Hülle zusammen und helfen dabei, die Füllschicht gleichmässig über die Deckenfläche zu fixieren.
Vollständig durchgesteppte Sommerausführung
Bei unseren leichten Sommerdecken verwenden wir je nach Modell eine vollständig durchgesteppte Konstruktion. Auf Bettdecken.ch wird dafür auch die Bezeichnung Einziehdecke verwendet.
Dabei werden Ober- und Unterseite entlang der Steppnähte direkt miteinander verbunden. Durch die geringere Füllmenge und die flachere Konstruktion entsteht eine leichtere Bettdecke für einen geringeren Wärmebedarf.
Der Begriff Einziehdecke wird im allgemeinen Sprachgebrauch nicht überall gleich verwendet. Hier bezeichnet er die bei unseren entsprechenden Sommerdecken eingesetzte durchgesteppte Konstruktion.
Kurznaht-Steppung
Bei verschiedenen stärker gefüllten Vliesdecken verwenden wir eine Kurznaht-Steppung. Dabei wird die Vliesfüllung durch kürzere Steppnähte mit der Hülle fixiert.
Welche Steppung verwendet wird, richtet sich nach Material, Füllmenge und gewünschtem Wärmegrad. Die Kurznaht allein macht eine Bettdecke deshalb nicht automatisch zu einer Ganzjahres- oder Winterdecke.
Entscheidend ist immer die gesamte Konstruktion.
6. Duo- und mehrteilige Deckensysteme
Neben einlagigen Bettdecken gibt es Systeme, bei denen mehrere Deckenteile miteinander kombiniert werden.
Bei einem Duo-Deckensystem werden zwei Decken miteinander verbunden. Je nach Modell können die einzelnen Teile separat und gemeinsam verwendet werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Wärmestufen abdecken.
Bei der Auswahl eines solchen Systems sollten Sie darauf achten:
- welchen Wärmegrad die einzelnen Decken besitzen
- ob die Teile separat verwendet werden können
- wie die Decken miteinander verbunden werden
- wie sich Gewicht und Wärmeleistung in Kombination verändern
Ein Duo-System kann besonders interessant sein, wenn sich der persönliche Wärmebedarf im Jahresverlauf deutlich verändert.
7. Wie Konstruktion und Wärmegrad zusammenhängen
Der Wärmegrad einer Bettdecke entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Füllmaterial
- Füllmenge
- Volumen und Struktur der Füllung
- Steppung oder Kammerkonstruktion
- Hülle
Eine schwere Bettdecke ist deshalb nicht automatisch wärmer als eine leichtere.
Bei Daunen spielt beispielsweise die Füllkraft eine wichtige Rolle. Gut entwickelte Daunen können viel isolierende Luft einschliessen und dadurch bei vergleichsweise geringem Gewicht eine hohe Wärmeleistung ermöglichen.
Bei Vliesfüllungen wird der Wärmegrad unter anderem durch Material, Füllmenge, Dicke des Vlieses und Steppung beeinflusst.
Die richtige Reihenfolge bei der Auswahl:
Bestimmen Sie zuerst Ihren persönlichen Wärmebedarf. Wählen Sie danach den passenden Wärmegrad und vergleichen Sie anschliessend Füllmaterial und Konstruktion innerhalb dieser Wärmestufe.
Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Wärmegrad bei Bettdecken.
Welche Rolle spielt die Grösse?
Die Bettdecke sollte zur Körpergrösse und zum Bett passen. Sie sollte lang und breit genug sein, damit der Körper auch bei Bewegung ausreichend bedeckt bleibt.
Eine Übersicht finden Sie unter Bettdeckengrössen.
Wie beeinflusst der Aufbau das Bettklima?
Füllung, Hülle und Konstruktion beeinflussen gemeinsam die Wärmeisolation und das Feuchtigkeitsverhalten der Bettdecke. Damit wirken sie auch auf das persönliche Wärme- und Feuchtigkeitsgefühl im Bett.
Mehr über das Zusammenspiel mit Raumtemperatur und Schlafumgebung erfahren Sie unter Schlafklima und Bettklima.
8. Woran erkennt man eine gute Bettdecken-Konstruktion?
Eine gute Konstruktion ist vor allem auf das Füllmaterial, die Füllmenge und den vorgesehenen Wärmegrad abgestimmt.
Achten Sie unter anderem auf:
- saubere Nähte und Randabschlüsse: Die Verarbeitung sollte gleichmässig ausgeführt sein.
- gleichmässige Füllverteilung: Es sollten keine auffällig leeren oder stark überfüllten Bereiche vorhanden sein.
- passende Hülle: Der Bezugsstoff sollte für das jeweilige Füllmaterial geeignet sein.
- passende Steppung: Steppmuster und Nahtabstände sollten zur Füllung passen.
- passende Kammern: Bei Daunen-Kassettendecken sollten Kammergrösse und Innenstege auf die Füllmenge abgestimmt sein.
- transparente Angaben: Füllmaterial, Füllgewicht, Wärmegrad und Pflegehinweise sollten klar ersichtlich sein.
Häufige Fehler beim Bettdeckenkauf
- Nur das Füllmaterial betrachten: Dasselbe Material kann in sehr unterschiedlichen Wärmegraden verarbeitet werden.
- Füllgewichte verschiedener Materialien direkt vergleichen: Das Gewicht allein sagt nicht aus, welche Decke stärker isoliert.
- Konstruktion und Wärmegrad verwechseln: Eine bestimmte Steppung definiert nicht automatisch eine Sommer- oder Winterdecke.
- Zu warm auswählen: Mehr Wärmeisolation ist nicht automatisch komfortabler.
- Grösse unterschätzen: Die Bettdecke sollte den Körper auch bei Bewegung ausreichend bedecken.
- Pflege vergessen: Waschbarkeit und Reinigungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Füllmaterial.
Pflege der Konstruktion
Die richtige Pflege richtet sich nach dem Füllmaterial. Grundsätzlich sollten Bettdecken regelmässig gelüftet, vollständig trocken gelagert und nicht dauerhaft stark komprimiert werden.
Wasch- und Reinigungshinweise des jeweiligen Pflegeetiketts sollten immer beachtet werden.
Ausführliche Informationen finden Sie unter Pflege und Hygiene von Bettdecken.
9. Häufige Fragen zum Aufbau von Bettdecken
Was ist der Unterschied zwischen Steppung und Kassette?
Eine Steppung verbindet beziehungsweise fixiert Hülle und Füllung durch Nähte. Bei einer Kassettendecke entstehen dagegen einzelne Kammern. Diese können durch Innenstege voneinander getrennt sein und werden besonders bei losen Füllungen wie Daunen eingesetzt.
Was ist eine Steppdecke?
Steppdecke ist ein allgemeiner Begriff für eine Bettdecke, deren Füllung durch Steppnähte fixiert beziehungsweise unterteilt wird. Die genaue Form der Steppung kann je nach Material und Modell unterschiedlich sein.
Was ist eine Kassettendecke?
Eine Kassettendecke ist in einzelne Kammern unterteilt. Innenstege können Ober- und Unterseite miteinander verbinden und der Füllung auch an den Kammergrenzen zusätzlichen Raum geben. Diese Konstruktion wird besonders bei stärker gefüllten Daunendecken eingesetzt.
Was ist ein Steg bei einer Bettdecke?
Ein Steg ist eine Stoffwand innerhalb einer Kammerkonstruktion. Er schafft Raum zwischen Ober- und Unterstoff und kann sehr dünne Bereiche an den Kammergrenzen reduzieren.
Welche Konstruktion eignet sich für eine leichte Bettdecke?
Bei leichten Bettdecken können flachere und vollständig durchgesteppte Konstruktionen sinnvoll sein. Entscheidend bleibt jedoch die gesamte Wärmeleistung aus Füllmaterial, Füllmenge und Aufbau.
Welche Konstruktion eignet sich für eine warme Bettdecke?
Das hängt vom Füllmaterial ab. Bei stärker gefüllten Daunendecken können Kassettensysteme mit Innenstegen sinnvoll sein. Bei Vliesfüllungen aus Wolle, Kamelhaar oder anderen Fasern werden andere Steppkonstruktionen verwendet.
Fazit: Die Konstruktion muss zur Füllung passen
Der Aufbau einer Bettdecke ist ebenso wichtig wie das verwendete Füllmaterial. Hülle, Füllmenge und Konstruktion müssen aufeinander abgestimmt sein.
Eine lose Daunenfüllung stellt andere Anforderungen als ein zusammenhängendes Woll- oder Faservlies. Deshalb gibt es nicht die eine Konstruktion, die für jede Bettdecke am besten geeignet ist.
Für die Auswahl empfiehlt sich folgende Reihenfolge: persönlichen Wärmebedarf bestimmen, passenden Wärmegrad wählen und danach Material und Konstruktion vergleichen.
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