Bettdecke gegen Schwitzen – weniger Hitzestau in warmen Nächten
Wer unter der Bettdecke schnell zu warm bekommt oder stark schwitzt, sollte nicht nur auf das Füllmaterial achten. Besonders wichtig sind Wärmegrad und Füllmenge. Auch Material, Bezug und Konstruktion beeinflussen das Klima unter der Decke.
Für Menschen mit hohem Wärmeempfinden ist deshalb häufig eine leichte Bettdecke mit geringer Füllmenge sinnvoller als eine deutlich wärmere Decke aus einem vermeintlich kühlenden Material. Das Material wird vor allem dann wichtig, wenn zusätzlich ein guter Umgang mit Feuchtigkeit gewünscht ist.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Bettdecken und Materialien bei starkem Wärmeempfinden interessant sind und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Passende Bettdecke auswählenWenn Ihnen unter der Bettdecke schnell zu warm wird, prüfen Sie zuerst Wärmegrad und Füllmenge. Wählen Sie danach das Material. Für einen guten Feuchtigkeitsausgleich ist Lyocell besonders interessant. Für sehr warme Nächte kommen auch leichte Seide, Bambus, 3D-Hohlfaser oder eine entsprechend leichte Schafwolldecke infrage.
Warum kann eine Bettdecke das Schwitzen verstärken?
Während des Schlafs gibt der Körper Wärme und Feuchtigkeit an seine Umgebung ab. Wird unter der Bettdecke zu viel Wärme zurückgehalten oder sammelt sich Feuchtigkeit im Bettklima, kann die Schlafumgebung als warm, feucht oder stickig empfunden werden.
Hitzestau kann unter anderem begünstigt werden durch:
- eine zu warme Bettdecke
- eine hohe Füllmenge
- eine schwere oder sehr dichte Konstruktion
- einen für die Person ungünstigen Feuchtigkeitsausgleich
- eine hohe Raumtemperatur
- das Zusammenspiel von Matratze, Bettwäsche, Nachtwäsche und Bettdecke
Welche Bettdecke eignet sich bei starkem Schwitzen?
Eine einzige beste Bettdecke für alle Menschen gibt es nicht. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wärmegrad, Füllmenge, Material, Bezug und Konstruktion.
Diese Materialien sind für Menschen mit hohem Wärmeempfinden besonders interessant:
| Material | Besondere Stärke | Interessant für | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Lyocell | Feuchtigkeitsausgleich | hohes Wärmeempfinden und feuchtes Schlafgefühl | leichten Wärmegrad wählen |
| Seide | sehr leichte Decken möglich | warme und heisse Nächte | Pflegehinweise beachten |
| Bambus | pflanzliche, tierfreie Füllung | leichte pflanzliche Sommerdecke | Füllmenge und Wärmegrad prüfen |
| 3D-Hohlfaser | leicht und pflegeleicht | unkomplizierte Sommerdecke | leichte Konstruktion wählen |
| Schafwolle | Feuchtigkeitsausgleich | natürliche Materialien | bei hohem Wärmeempfinden leichte Ausführung wählen |
Lyocell – interessant bei Feuchtigkeit und hohem Wärmeempfinden
Lyocell ist eine cellulosebasierte Faser und besonders für ihren Umgang mit Feuchtigkeit interessant. Sie kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und dadurch zu einem ausgeglicheneren Bettklima beitragen.
Bei hohem Wärmeempfinden sollte auch eine Lyocell-Bettdecke möglichst leicht gewählt werden. Das Material allein bestimmt nicht, wie warm die fertige Decke ist.
Gut geeignet für: Menschen, denen schnell zu warm wird und die gleichzeitig Wert auf einen guten Feuchtigkeitsausgleich legen.
Seide – besonders leicht für warme Nächte
Seide eignet sich besonders für sehr leichte Sommerdecken. Eine dünne Seidendecke kann angenehm sein, wenn in warmen Nächten nur eine leichte Zudecke gewünscht wird.
Gut geeignet für: warme Schlafzimmer, Sommernächte und Menschen, die möglichst leicht zugedeckt schlafen möchten.
Bambus – pflanzliche Bettdecke für warme Nächte
Bambus ist besonders interessant, wenn eine pflanzliche und tierfreie Füllung gesucht wird. In einer leichten Sommerausführung kann eine Bambusdecke gut zu warmen Nächten passen.
Wie warm die Bettdecke tatsächlich ist, hängt auch hier von Füllmenge, Bezug und Konstruktion ab.
Gut geeignet für: Menschen, die eine leichte pflanzliche beziehungsweise tierfreie Bettdecke bevorzugen.
3D-Hohlfaser und Kunstfaser – leicht und pflegeleicht
Leichte Bettdecken mit 3D-Hohlfaser können eine unkomplizierte Lösung für warme Nächte sein. Im Vordergrund stehen ein geringes Gewicht, eine luftige Konstruktion und eine einfache Pflege.
Gut geeignet für: Menschen, die eine leichte und pflegeleichte Sommerdecke suchen.
Schafwolle – Feuchtigkeitsausgleich bei passendem Wärmegrad
Auch Schafwolle kann für Menschen interessant sein, die nachts schwitzen. Wolle kann Feuchtigkeit im Bettklima aufnehmen und wieder abgeben.
Entscheidend ist jedoch die Ausführung. Eine schwere Schafwoll-Winterdecke ist bei hohem Wärmeempfinden meist zu warm. Wer schnell warm bekommt, sollte eine entsprechend leichte Decke wählen.
Gut geeignet für: Menschen, die natürliche Materialien und einen guten Feuchtigkeitsausgleich bevorzugen.
Welche Bettdecke passt zu meinem Schlafverhalten?
| Schlafbedürfnis | Sinnvoller Ausgangspunkt |
|---|---|
| Mir wird sehr schnell warm | sehr leichter Wärmegrad; beispielsweise leichte Seide oder Lyocell |
| Ich schwitze und empfinde das Bettklima als feucht | leichte Decke mit gutem Feuchtigkeitsausgleich; besonders Lyocell interessant |
| Ich habe vor allem im Sommer zu warm | leichte Sommerdecke mit geringer Füllmenge |
| Ich bevorzuge natürliche Materialien | leichte Seiden- oder Schafwolldecke |
| Ich möchte eine tierfreie Decke | Lyocell, Bambus oder Kunstfaser |
Worauf sollte man bei einer Bettdecke gegen Schwitzen achten?
Das Füllmaterial allein entscheidet nicht darüber, wie warm oder angenehm eine Bettdecke ist. Achten Sie beim Kauf besonders auf diese Punkte:
- Wärmegrad: Bei hohem Wärmeempfinden möglichst leicht wählen.
- Füllmenge: Eine geringere Füllmenge kann dazu beitragen, unnötigen Wärmerückhalt zu vermeiden.
- Feuchtigkeitsausgleich: Besonders wichtig, wenn sich das Bettklima schnell feucht anfühlt.
- Bezug und Konstruktion: Auch Hülle und Aufbau beeinflussen das Bettklima.
- Pflege: Waschbarkeit und Pflegeaufwand sollten zu Ihren Bedürfnissen passen.
Was kann zusätzlich gegen Hitzestau im Bett helfen?
Die Bettdecke ist nur ein Teil des gesamten Bettklimas. Prüfen Sie deshalb auch:
- ob Ihre Bettwäsche für Sie zu schwer oder dicht ist
- ob Ihre Matratze viel Wärme zurückhält
- ob Ihre Nachtwäsche zu warm ist
- ob die Raumtemperatur für Sie angenehm ist
- ob Ihre aktuelle Bettdecke einen zu hohen Wärmegrad besitzt
Weitere mögliche Ursachen und praktische Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber Schwitzen im Bett.
Häufige Fragen zur Bettdecke gegen Schwitzen
Welche Bettdecke ist bei starkem Schwitzen am besten?
Eine pauschal beste Bettdecke gibt es nicht. Häufig ist eine leichte Decke mit niedrigem Wärmegrad und gutem Feuchtigkeitsausgleich sinnvoll. Je nach persönlichem Wärmeempfinden kommen Lyocell, Seide, Bambus, leichte Schafwolle oder 3D-Hohlfaser infrage.
Ist eine Sommerdecke bei starkem Schwitzen besser?
Bei hohem Wärmeempfinden ist eine leichte Sommerdecke häufig ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend bleiben Material, Füllmenge, Konstruktion und das persönliche Wärmeempfinden.
Welche Füllung ist bei starkem Schwitzen am kühlsten?
Eine einzelne „kühlste“ Füllung lässt sich nicht allgemein bestimmen. Für Hitzestau sind vor allem Wärmegrad, Füllmenge und die gesamte Konstruktion der Decke entscheidend. Das Material beeinflusst zusätzlich unter anderem den Umgang mit Feuchtigkeit.
Ist Lyocell bei starkem Schwitzen geeignet?
Lyocell ist besonders wegen seines Feuchtigkeitsausgleichs interessant. Bei hohem Wärmeempfinden sollte zusätzlich eine leichte Ausführung gewählt werden.
Ist Seide bei starkem Schwitzen geeignet?
Seide ist besonders für leichte Sommerdecken interessant und kann gut passen, wenn möglichst wenig Wärmerückhalt gewünscht wird.
Sind natürliche Bettdecken bei Schwitzen immer besser?
Nein. Natürliche Materialien können interessante Eigenschaften besitzen, aber auch leichte Kunstfaser- oder cellulosebasierte Bettdecken können gut geeignet sein. Entscheidend ist die gesamte Bettdecke.
Kann eine Bettdecke Nachtschweiss verhindern?
Eine passend gewählte Bettdecke kann unnötigen Hitzestau reduzieren und zu einem angenehmeren Bettklima beitragen. Medizinische Ursachen von Nachtschweiss kann sie jedoch nicht verhindern oder behandeln.
Fazit: Bei starkem Wärmeempfinden zuerst den Wärmegrad prüfen
Wer unter der Bettdecke schnell zu warm bekommt oder stark schwitzt, sollte zuerst den Wärmegrad und die Füllmenge prüfen. Eine leichte Bettdecke ist häufig der sinnvollste Ausgangspunkt.
Danach kommt das Material: Lyocell ist besonders wegen seines Feuchtigkeitsausgleichs interessant. Sehr leichte Seidendecken eignen sich gut für warme Nächte. Auch Bambus, 3D-Hohlfaser und leichte Schafwolle können je nach persönlichen Vorlieben passen.
Entscheidend ist deshalb nicht ein einzelnes „kühlendes“ Material, sondern das Zusammenspiel aus Wärmegrad, Füllmenge, Material, Bezug und Konstruktion.