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Schlaf: Warum wir schlafen, Schlafphasen und Tipps für guten Schlaf

Schlaf ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Während wir schlafen, durchlaufen Körper und Gehirn verschiedene Schlafstadien. Ausreichender und erholsamer Schlaf unterstützt zahlreiche körperliche und geistige Funktionen und beeinflusst, wie wach, konzentriert und leistungsfähig wir uns am Tag fühlen.
Kurz erklärt: Guter Schlaf hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören der persönliche Schlafbedarf, die innere Uhr, regelmässige Gewohnheiten, die Gesundheit und eine angenehme Schlafumgebung. Auch das Wärme- und Feuchtigkeitsgefühl im Bett kann den persönlichen Schlafkomfort beeinflussen.

In diesem Beitrag

Warum ist Schlaf wichtig?

Schlaf ist keine Phase, in der Körper und Gehirn einfach abgeschaltet sind.

Während der Nacht laufen zahlreiche körperliche und neurologische Prozesse weiter. Ausreichender Schlaf unterstützt unter anderem:

  • Gehirnfunktion: Schlaf spielt eine wichtige Rolle für Lernen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und klares Denken.
  • Stimmung: Schlaf und Schlafmangel können beeinflussen, wie belastbar und ausgeglichen wir uns fühlen.
  • Körperliche Gesundheit: Schlaf steht mit zahlreichen Regulations- und Erholungsprozessen des Körpers in Verbindung.
  • Immunsystem: Ausreichender Schlaf unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.
  • Stoffwechsel: Schlaf und der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus stehen mit verschiedenen hormonellen und metabolischen Prozessen in Verbindung.

Wer dauerhaft zu wenig oder schlecht schläft, kann sich tagsüber müde und weniger leistungsfähig fühlen. Auch Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Stimmung können beeinträchtigt sein.

Wie viel Schlaf braucht man?

Der Schlafbedarf ist nicht bei jedem Menschen gleich und verändert sich im Laufe des Lebens.

Für Erwachsene werden als allgemeine Orientierung häufig etwa 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht empfohlen. Kinder und Jugendliche benötigen in der Regel mehr Schlaf.

Alter Allgemeine Orientierung pro Tag
6 bis 12 Jahre etwa 9 bis 12 Stunden
13 bis 18 Jahre etwa 8 bis 10 Stunden
Erwachsene häufig etwa 7 bis 9 Stunden

Solche Angaben sind Orientierungswerte und keine persönliche Vorgabe für jede einzelne Nacht.

Neben der Schlafdauer spielt auch die Schlafqualität eine wichtige Rolle. Wer lange im Bett liegt, aber häufig aufwacht oder sich morgens dauerhaft nicht erholt fühlt, kann trotz ausreichender Schlafdauer ein Schlafproblem haben.

Welche Schlafphasen gibt es?

Während einer normalen Nacht wechseln sich verschiedene Schlafstadien mehrfach ab.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen NREM-Schlaf und REM-Schlaf. Ein Schlafzyklus dauert häufig ungefähr 80 bis 100 Minuten. Im Verlauf einer Nacht werden üblicherweise mehrere solcher Zyklen durchlaufen.

NREM-Stadium 1: Übergang in den Schlaf

Das erste Stadium bildet den Übergang zwischen Wachsein und Schlaf. Der Schlaf ist noch leicht, und man kann relativ einfach wieder aufwachen.

NREM-Stadium 2: Leichter Schlaf

Im zweiten Stadium ist man eindeutig eingeschlafen. Der Körper kommt weiter zur Ruhe, und die Körpertemperatur sinkt.

NREM-Stadium 3: Tiefschlaf

Dieses Stadium wird auch als Tiefschlaf oder Slow-Wave-Schlaf bezeichnet. Tiefschlaf tritt stärker in der frühen Nachthälfte auf.

Aus diesem Schlafstadium ist es schwieriger, jemanden zu wecken.

REM-Schlaf

REM steht für „Rapid Eye Movement“, also schnelle Augenbewegungen.

Während dieser Phase ist das Gehirn vergleichsweise aktiv. Träume treten häufig im REM-Schlaf auf. Der Anteil des REM-Schlafs nimmt gegen Ende der Nacht tendenziell zu.

Wichtig: Es gibt nicht die eine wichtigste Schlafphase. NREM- und REM-Schlaf wechseln sich während der Nacht mehrfach ab und erfüllen unterschiedliche Funktionen.

Wie funktioniert die innere Uhr?

Unser Schlaf wird nicht nur davon beeinflusst, wie müde wir sind.

Der Körper besitzt eine innere Uhr, die ungefähr einem 24-Stunden-Rhythmus folgt. Dieser sogenannte zirkadiane Rhythmus beeinflusst, wann wir uns eher wach oder schläfrig fühlen.

Zu den wichtigen Zeitgebern gehören:

  • Licht und Dunkelheit
  • regelmässige Schlaf- und Aufstehzeiten
  • Tagesaktivität

Helles Licht am Tag und Dunkelheit am Abend helfen dabei, den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu unterstützen.

Stark wechselnde Schlafzeiten, Schichtarbeit oder eine Zeitumstellung können den gewohnten Rhythmus vorübergehend verändern.

Zeitumstellung: Mehr über die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit erfahren Sie in unserem Beitrag Zeitumstellung und Schlaf.

Was kann den Schlaf stören?

Schlechter Schlaf kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.

Mögliche Einflüsse sind beispielsweise:

  • Stress und Sorgen: Kreisende Gedanken können das Einschlafen erschweren.
  • Unregelmässige Schlafzeiten: Stark wechselnde Zeiten können den persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen.
  • Lärm und Licht: Eine unruhige oder helle Umgebung kann den Schlaf beeinträchtigen.
  • Temperatur: Ein unangenehm warmes oder kaltes Schlafzimmer kann störend sein.
  • Bettklima: Starkes Schwitzen oder Frieren unter der Bettdecke kann den Schlafkomfort beeinträchtigen.
  • Körperliche Beschwerden: Schmerzen, Atemprobleme oder andere gesundheitliche Beschwerden können den Schlaf stören.
  • Schlafstörungen: Hinter länger anhaltenden Ein- oder Durchschlafproblemen können behandlungsbedürftige Ursachen stehen.

Welche Rolle spielt die Schlafumgebung?

Eine angenehme Schlafumgebung kann guten Schlaf unterstützen.

Viele Menschen empfinden ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer als angenehm.

Auch das Klima direkt im Bett spielt für den persönlichen Komfort eine Rolle. Mit Bettklima oder Schlafklima ist dabei vor allem das Wärme- und Feuchtigkeitsgefühl im unmittelbaren Schlafbereich gemeint.

Während der Nacht gibt der Körper Wärme und Feuchtigkeit an seine Umgebung ab.

Wie warm oder feucht sich das Bett anfühlt, hängt unter anderem ab von:

  • Raumtemperatur
  • persönlichem Wärmeempfinden
  • Wärmegrad der Bettdecke
  • Füllmaterial und Füllmenge
  • Bettwäsche
  • Matratze und Bettauflage

Eine zu warme Bettdecke kann bei manchen Menschen stärkeres Schwitzen begünstigen. Eine zu leichte Decke kann dagegen unangenehm sein, wenn man schnell friert.

Je nach Material und Konstruktion können Bettwaren unterschiedlich mit Wärme und Feuchtigkeit umgehen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zum Schlafklima im Bett.

Wichtig: Eine passende Bettdecke kann den Schlafkomfort verbessern, ist aber nur ein Faktor unter vielen. Anhaltende Schlafprobleme lassen sich nicht allein durch den Wechsel von Matratze, Kissen oder Bettdecke erklären oder behandeln.

Was kann guten Schlaf unterstützen?

Es gibt keine einzelne Regel, die bei allen Menschen automatisch für guten Schlaf sorgt. Einige Gewohnheiten können jedoch einen regelmässigen und erholsamen Schlaf unterstützen.

  • Regelmässige Zeiten: Möglichst zu ähnlichen Zeiten schlafen gehen und aufstehen.
  • Ruhiger Abend: Eine wiederkehrende entspannte Abendroutine kann den Übergang zur Nacht erleichtern.
  • Licht reduzieren: Helles Licht und elektronische Bildschirme vor dem Schlafengehen möglichst reduzieren.
  • Koffein beachten: Koffein am späten Nachmittag oder Abend kann das Einschlafen beeinträchtigen.
  • Alkohol nicht als Einschlafhilfe nutzen: Alkohol kann zunächst schläfrig machen, später aber die Schlafqualität beeinträchtigen.
  • Tagsüber bewegen: Regelmässige körperliche Aktivität kann einen guten Schlaf unterstützen.
  • Schlafumgebung: Ein möglichst ruhiges, dunkles und angenehm temperiertes Schlafzimmer schaffen.

Kann eine Aufgabenliste vor dem Schlafengehen helfen?

Manchen Menschen hilft es, offene Aufgaben vor dem Schlafengehen kurz aufzuschreiben, statt sie gedanklich immer wieder durchzugehen.

Eine kleine experimentelle Studie deutete darauf hin, dass eine konkrete Aufgabenliste vor dem Zubettgehen das Einschlafen erleichtern könnte. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Garantie ableiten.

Was ist die 4-7-8-Methode?

Die sogenannte 4-7-8-Methode ist eine Atemübung, die manche Menschen als Entspannungsritual verwenden.

Die Grundidee:

  1. für vier Zählzeiten ruhig einatmen
  2. den Atem für sieben Zählzeiten halten
  3. für acht Zählzeiten langsam ausatmen

Die Konzentration auf die Atmung kann dabei helfen, die Aufmerksamkeit von kreisenden Gedanken wegzulenken.

Ob die Methode das Einschlafen tatsächlich verkürzt, ist individuell. Sie sollte nicht als Behandlung einer Schlafstörung verstanden werden.

Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter 4-7-8-Methode zum Einschlafen.

Wann sollten Schlafprobleme medizinisch abgeklärt werden?

Fast jeder Mensch schläft gelegentlich schlecht. Einzelne unruhige Nächte bedeuten nicht automatisch, dass eine Schlafstörung vorliegt.

Eine medizinische Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn Schlafprobleme regelmässig auftreten, über längere Zeit bestehen oder den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Besonders aufmerksam sollte man werden bei:

  • länger anhaltenden Ein- oder Durchschlafproblemen
  • starker Tagesmüdigkeit
  • regelmässig nicht erholsamem Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer
  • auffälligem oder sehr lautem Schnarchen
  • beobachteten Atemaussetzern im Schlaf
  • Atemproblemen oder Schmerzen in der Nacht

In unserem Bereich Schlafprobleme finden Sie weiterführende Informationen zu verschiedenen Beschwerden und möglichen Ursachen.

Häufige Schlafprobleme und weitere Ratgeber

Fazit: Was gehört zu gutem Schlaf?

Schlaf ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis und wichtig für zahlreiche Funktionen von Gehirn und Körper.

Während einer Nacht wechseln sich verschiedene NREM- und REM-Schlafstadien mehrfach ab. Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, ist individuell und verändert sich mit dem Alter.

Für erholsamen Schlaf sind sowohl eine ausreichende Schlafdauer als auch die Schlafqualität wichtig.

Guter Schlaf entsteht aus dem Zusammenspiel von individuellem Schlafbedarf, innerer Uhr, Gewohnheiten, Gesundheit und Schlafumgebung.

Auch eine passende Bettdecke kann zum Komfort beitragen, wenn sie zum persönlichen Wärmebedarf und gewünschten Bettklima passt. Sie ist jedoch nur ein Teil eines guten Schlafumfelds.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei länger anhaltenden Schlafproblemen, starker Tagesmüdigkeit, beobachteten Atemaussetzern oder anderen auffälligen Beschwerden ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.