Besser einschlafen mit der 4-7-8-Atmung
Viele Menschen haben Schwierigkeiten beim Einschlafen. Die Gedanken kreisen weiter, der Körper kommt nicht zur Ruhe. Eine einfache Atemtechnik kann dabei helfen: die 4-7-8-Atmung. Diese Methode ist eine ruhige Entspannungsübung, die das Nervensystem beruhigt und das Einschlafen erleichtern kann.
Die 4-7-8-Methode wird oft als schnelle Einschlafhilfe beschrieben. Manche Menschen schlafen damit tatsächlich sehr rasch ein. Wichtig ist jedoch: Die Technik wirkt am besten, wenn sie regelmässig geübt wird. Mit etwas Geduld kann sie zu einem festen Einschlafritual werden.
Grundlagen zum Thema Schlaf finden Sie auf unserer Übersicht: Der Schlaf einfach erklärt
So funktioniert die 4-7-8-Atmung
Die Übung ist einfach, benötigt aber etwas Übung. Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Die Zunge liegt dabei locker hinter den oberen Vorderzähnen am Gaumen.
- Einatmen: Atmen Sie ruhig durch die Nase ein und zählen Sie bis 4. Atmen Sie tief, aber ohne sich zu überanstrengen.
- Atem anhalten: Halten Sie die Luft an und zählen Sie bis 7. Wenn das anfangs nicht gelingt, beginnen Sie früher mit dem Ausatmen.
- Ausatmen: Atmen Sie langsam aus und zählen Sie bis 8. Das Ausatmen soll bewusst lang und ruhig erfolgen. Wenn es angenehmer ist, kann auch durch die Nase ausgeatmet werden.
Wiederholen Sie diese Atemfolge viermal hintereinander. Mit zunehmender Übung kann die Wiederholung auf bis zu acht Durchgänge erweitert werden. Die Methode wirkt meist nicht sofort perfekt. Viele Menschen benötigen einige Wochen Übung, bis sich der volle Effekt zeigt.
Woher stammt die 4-7-8-Methode?
Die 4-7-8-Atmung hat ihren Ursprung im Yoga. Ziel dieser Atemübungen ist es, Körper und Geist über den Atem miteinander zu verbinden. Die bewusste Atmung gilt als natürliches Beruhigungsmittel für das Nervensystem.
Bekannt wurde die Methode durch den amerikanischen Arzt Andrew Weil. Ähnliche Atemtechniken finden sich auch im autogenen Training und in verschiedenen Entspannungsverfahren. Die Konzentration auf den Atem lenkt von Gedanken ab und erleichtert den Übergang in die Ruhephase.
Wie wirkt die 4-7-8-Atmung?
Durch das ruhige Atmen wird der Körper mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig verlangsamen sich Puls und Atmung. Das Nervensystem wechselt vom Aktivmodus in einen Zustand der Entspannung.
- Gedanken werden ruhiger
- Stressreaktionen nehmen ab
- die Muskeln entspannen sich
- der Körper bereitet sich auf den Schlaf vor
Die Methode hilft vor allem Menschen, die abends schwer abschalten können.
Andere Anwendungen der 4-7-8-Methode
Die Atemtechnik wird nicht nur zum Einschlafen verwendet. Viele Menschen nutzen sie auch im Alltag:
- bei innerer Unruhe
- zum Stressabbau
- bei Angstgefühlen
- zur Beruhigung in belastenden Situationen
Wie bei allen Entspannungsübungen gilt: Die Wirkung entsteht durch regelmässiges Üben.
4-7-8-Atmung und guter Schlaf
Die Atemtechnik ist eine hilfreiche Unterstützung, ersetzt jedoch keine gute Schlafumgebung. Auch Temperatur, Bettdecke, Kissen und Schlafklima beeinflussen das Einschlafen stark.
Mehr über gesunden Schlaf, Schlafphasen und typische Schlafprobleme lesen Sie hier: Zum grossen Lexikonbeitrag über Schlaf
Die Kombination aus ruhigem Atem, festen Gewohnheiten und einer angenehmen Umgebung im Bett schafft die besten Voraussetzungen für erholsamen Schlaf.
