Alpaka und Lama unterscheiden – die wichtigsten Unterschiede
Ein Lama ist deutlich grösser und kräftiger als ein Alpaka. Es besitzt ein längeres Gesicht und lange, häufig gebogene Ohren. Alpakas sind kleiner, kompakter und tragen meist ein dichteres und feineres Faserkleid. Lamas wurden traditionell vor allem als Lasttiere genutzt, Alpakas hauptsächlich zur Gewinnung ihrer Fasern.
Alpaka und Lama werden häufig miteinander verwechselt. Beide Tiere gehören zu den südamerikanischen Kamelen und stammen ursprünglich aus den Anden. Bei genauerem Hinsehen lassen sie sich jedoch gut unterscheiden.
Die zuverlässigsten Erkennungsmerkmale sind die Grösse, die Form der Ohren, das Gesicht und das Faserkleid.
Alpaka und Lama im direkten Vergleich
| Merkmal | Alpaka | Lama |
|---|---|---|
| Grösse | Kleiner und leichter | Deutlich grösser und schwerer |
| Körperbau | Kompakt und eher rundlich | Kräftig, hoch und langbeinig |
| Ohren | Kürzer, eher gerade und spitz | Länger und häufig nach innen gebogen |
| Gesicht | Kürzer und oft dicht behaart | Länger und weniger dicht behaart |
| Faserkleid | Meist dicht, fein und gleichmässig | Häufig gröber und stärker von Deckhaaren durchsetzt |
| Traditionelle Nutzung | Vor allem zur Gewinnung hochwertiger Fasern | Vor allem als Last- und Transporttier |
Woran erkennt man ein Alpaka oder Lama?
Grösse und Körperbau
Der deutlichste Unterschied ist die Grösse. Lamas sind wesentlich grösser und kräftiger gebaut. Sie besitzen lange Beine, einen längeren Hals und einen höheren Körperbau.
Alpakas sind kleiner und kompakter. Durch ihr dichtes Faserkleid wirken sie häufig besonders weich und rundlich.
Ohren und Gesicht
Auch die Ohren helfen bei der Unterscheidung. Die Ohren eines Alpakas sind im Vergleich zum Lama kürzer, eher gerade und spitz. Lamaohren sind länger und häufig nach innen gebogen. Ihre Form wird deshalb oft mit einer Banane verglichen.
Das Gesicht eines Alpakas wirkt kürzer und ist meist stärker behaart. Lamas besitzen eine längere Schnauze und eine insgesamt länglichere Kopfform.
Faserkleid
Alpakas tragen normalerweise ein dichtes und relativ gleichmässiges Faserkleid. Die Fasern wurden über viele Generationen gezielt für die Herstellung feiner Textilien ausgewählt.
Das Faserkleid eines Lamas enthält häufig einen feinen Unterflaum und gröbere Deckhaare. Je nach Tier und Zuchtform kann das Aussehen jedoch stark variieren. Frisch geschorene Tiere sind deshalb manchmal schwieriger zu unterscheiden.
Die Farbe ist kein sicheres Merkmal
Sowohl Alpakas als auch Lamas kommen in Weiss, Beige, Braun, Grau, Schwarz und verschiedenen Farbkombinationen vor. Die Farbe eignet sich deshalb nicht zur sicheren Unterscheidung.
Herkunft und Verwendung
Alpakas und Lamas stammen ursprünglich aus Südamerika. Beide Tierarten wurden bereits vor mehreren tausend Jahren von den Menschen in den Anden domestiziert.
Alpakas wurden hauptsächlich wegen ihrer feinen Fasern gehalten. Aus diesen entstanden Kleidung, Decken und weitere Textilien.
Das grössere Lama eignete sich dagegen gut als Lasttier. Es konnte Waren über schmale und schwer zugängliche Wege transportieren. Daneben wurden auch seine Fasern und weitere tierische Erzeugnisse genutzt.
Heute werden beide Tiere auch in der Schweiz gehalten. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Alpaka und Lama in der Schweiz.
Alpakawolle und Lamawolle im Vergleich
Umgangssprachlich wird meistens von Alpakawolle und Lamawolle gesprochen. Fachlich handelt es sich um die Fasern des jeweiligen Tieres.
Alpakafasern sind im Durchschnitt feiner und gleichmässiger als Lamafasern. Sie werden deshalb besonders häufig für weiche Kleidung, Wohntextilien und Bettwaren verwendet.
Lamafasern können ebenfalls einen feinen und weichen Unterflaum besitzen. Das Faserkleid enthält jedoch häufig zusätzlich gröbere Deckhaare. Diese müssen bei der Herstellung feiner Textilien sorgfältig aussortiert werden.
Die Tierart allein bestimmt nicht die gesamte Qualität der Faser. Auch das Alter des Tieres, die Zucht, die Körperstelle, die Sortierung und die weitere Verarbeitung sind wichtig.
Typische Eigenschaften von Alpakafasern
- meist feine und weiche Fasern
- geringes Gewicht
- gute Wärmeisolation
- angenehmer Feuchtigkeitsausgleich
- für hochwertige Kleidung und Bettwaren geeignet
Weitere Grundlagen finden Sie im Lexikonbeitrag Alpakawolle einfach erklärt.
Typische Eigenschaften von Lamafasern
- Mischung aus feinem Unterflaum und gröberen Deckhaaren möglich
- robuste und widerstandsfähige Fasern
- gute Wärmeeigenschaften
- für Garne, Kleidung und feste Textilien verwendbar
Warum Alpakafasern für Bettdecken verwendet werden
Feine Alpakafasern eignen sich gut als Füllmaterial für hochwertige Bettdecken. Sie können Wärme speichern und gleichzeitig Feuchtigkeit innerhalb der Bettdecke ausgleichen.
Für das Schlafgefühl ist jedoch nicht nur das Füllmaterial wichtig. Auch das Füllgewicht, die Steppung, der Bezugsstoff und die Verarbeitung beeinflussen die Wärme und das Gewicht der Bettdecke.
Je nach persönlichem Wärmebedarf finden Sie bei uns verschiedene Ausführungen:
- Alpaka-Sommerbettdecke für warme Nächte
- Alpaka-Ganzjahresbettdecke für die Übergangszeit und das ganze Jahr
- Alpaka-Winterbettdecke für einen höheren Wärmebedarf
Häufige Fragen zu Alpaka und Lama
Ist ein Alpaka ein kleines Lama?
Nein. Alpaka und Lama sind zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verwandte Tierarten. Sie unterscheiden sich unter anderem in Grösse, Körperbau, Kopfform und ursprünglicher Nutzung.
Welches Tier ist grösser?
Das Lama ist deutlich grösser und schwerer als das Alpaka. Die Grösse ist deshalb eines der einfachsten Erkennungsmerkmale.
Spucken Alpakas und Lamas?
Ja, sowohl Alpakas als auch Lamas können spucken. Dieses Verhalten richtet sich häufig gegen andere Tiere innerhalb der Herde. Gegenüber Menschen tritt es vor allem auf, wenn sich ein Tier bedrängt, gestresst oder bedroht fühlt.
Kann man Alpaka und Lama an der Farbe unterscheiden?
Nein. Beide Tierarten kommen in vielen natürlichen Farben und Zeichnungen vor. Die Fellfarbe ist kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal.
Welche Faser ist weicher?
Alpakafasern sind im Durchschnitt feiner und weicher. Ein sorgfältig ausgewählter Unterflaum eines Lamas kann jedoch ebenfalls sehr fein sein. Entscheidend sind die Qualität der Fasern und ihre Verarbeitung.
Fazit: So unterscheiden Sie Alpaka und Lama
Ein Lama erkennen Sie vor allem an seiner Grösse, dem kräftigen Körperbau, dem längeren Gesicht und den langen, gebogenen Ohren. Ein Alpaka ist kleiner, kompakter und besitzt meist ein dichteres und feineres Faserkleid.
Für besonders weiche Kleidung und hochwertige Bettwaren werden überwiegend Alpakafasern verwendet. Lamafasern können ebenfalls gute Wärmeeigenschaften besitzen, benötigen für feine Textilien jedoch häufig eine sorgfältigere Sortierung.