Schlafphasen: N1, N2, N3 und REM einfach erklärt
Während des Schlafs wechseln wir zwischen verschiedenen Schlafstadien. Unterschieden werden die drei Non-REM-Stadien N1, N2 und N3 sowie der REM-Schlaf. Diese Stadien wiederholen sich während der Nacht in mehreren Schlafzyklen, wobei sich ihre Dauer und Verteilung im Laufe der Nacht verändern.
Kurz erklärt: N1 ist der Übergang vom Wachsein zum Schlaf, N2 ein stabileres Leichtschlafstadium und N3 der Tiefschlaf. Hinzu kommt der REM-Schlaf mit hoher Gehirnaktivität und den typischen schnellen Augenbewegungen. Ein Schlafzyklus dauert häufig ungefähr 80 bis 100 Minuten, kann aber von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich lang sein.
Mehr Grundlagen zum Thema finden Sie in unserem Lexikonbeitrag Der Schlaf einfach erklärt.
Welche Schlafphasen gibt es?
Der menschliche Schlaf wird grundsätzlich in zwei Bereiche eingeteilt:- Non-REM-Schlaf: umfasst die Schlafstadien N1, N2 und N3
- REM-Schlaf: eine Schlafphase mit charakteristischen schnellen Augenbewegungen und vergleichsweise hoher Gehirnaktivität
| Schlafstadium | Bezeichnung | Typisches Merkmal |
|---|---|---|
| N1 | Einschlafstadium | Übergang vom Wachsein zum Schlaf |
| N2 | Leichtschlaf | stabilerer Schlaf und grosser Anteil der gesamten Schlafzeit |
| N3 | Tiefschlaf | langsame Gehirnaktivität und hohe Weckschwelle |
| REM | REM-Schlaf | schnelle Augenbewegungen und vergleichsweise hohe Gehirnaktivität |
Was ist der Unterschied zwischen Schlafphase und Schlafzyklus?
Die Begriffe Schlafphase, Schlafstadium und Schlafzyklus werden im Alltag häufig miteinander vermischt. Vereinfacht erklärt:- Schlafstadium: ein bestimmter Abschnitt des Schlafs, beispielsweise N1, N2 oder N3
- REM-Schlaf: eine eigene Schlafphase neben dem Non-REM-Schlaf
- Schlafzyklus: eine Abfolge verschiedener Schlafstadien, die sich während der Nacht mehrmals wiederholt
N1 – der Übergang vom Wachsein zum Schlaf
N1 ist das erste und leichteste Stadium des Non-REM-Schlafs. Es bildet den Übergang zwischen Wachsein und Schlaf. Der Körper beginnt sich zu entspannen und die Wahrnehmung der Umgebung nimmt ab. In diesem Stadium kann man noch relativ leicht geweckt werden. Typische Veränderungen sind:- Herzschlag und Atmung werden ruhiger
- die Muskeln entspannen sich zunehmend
- die bewusste Wahrnehmung der Umgebung nimmt ab
N2 – der Leichtschlaf
Auf N1 folgt normalerweise das Stadium N2. Der Schlaf wird nun stabiler und die Reaktion auf äussere Reize nimmt weiter ab. Herzschlag und Atmung werden ruhiger, die Muskeln entspannen sich und die Körpertemperatur sinkt. Auch die Gehirnaktivität verändert sich. Bei einer medizinischen Schlafmessung zeigen sich in N2 charakteristische Aktivitätsmuster wie sogenannte Schlafspindeln und K-Komplexe. N2 nimmt bei Erwachsenen normalerweise einen grossen Teil der gesamten Schlafzeit ein. Obwohl N2 als Leichtschlaf bezeichnet wird, handelt es sich um einen normalen und wichtigen Bestandteil des Schlafs.N3 – der Tiefschlaf
N3 wird als Tiefschlaf oder Slow-Wave-Schlaf bezeichnet. In diesem Stadium ist die Gehirnaktivität durch besonders langsame Wellen gekennzeichnet. Die Weckschwelle ist höher als in den leichteren Schlafstadien. Typische Merkmale sind:- langsame Gehirnaktivität
- ausgeprägte körperliche Ruhe
- hohe Weckschwelle
REM – der Schlaf mit schnellen Augenbewegungen
REM steht für Rapid Eye Movement, auf Deutsch schnelle Augenbewegungen. Während des REM-Schlafs ist das Gehirn vergleichsweise aktiv. Gleichzeitig ist die Aktivität vieler willkürlich steuerbarer Muskeln stark reduziert. Typische Merkmale des REM-Schlafs sind:- schnelle Augenbewegungen
- vergleichsweise hohe Gehirnaktivität
- stark verminderte Aktivität vieler willkürlicher Muskeln
- häufig lebhafte Träume
Wie läuft ein Schlafzyklus ab?
Nach dem Einschlafen geht der Schlaf normalerweise von leichteren in tiefere Non-REM-Stadien über. Im weiteren Verlauf wechseln sich leichtere und tiefere Schlafstadien ab, bevor eine REM-Phase auftreten kann. Danach beginnt ein neuer Schlafzyklus. Der genaue Ablauf ist nicht in jedem Zyklus identisch. Auch kurze Wachphasen können zwischen oder innerhalb der Schlafzyklen auftreten, ohne dass man sich am nächsten Morgen daran erinnern muss. Als grobe Orientierung dauert ein Schlafzyklus häufig ungefähr 80 bis 100 Minuten. Die tatsächliche Dauer kann jedoch variieren. Während einer Nacht werden normalerweise mehrere Schlafzyklen durchlaufen.Wie verändern sich die Schlafphasen im Laufe der Nacht?
Die einzelnen Schlafstadien sind nicht während der gesamten Nacht gleich verteilt. Vereinfacht gilt:- Zu Beginn der Nacht: Der Anteil an Tiefschlaf ist normalerweise grösser.
- Im späteren Verlauf der Nacht: Die REM-Phasen werden typischerweise länger.