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Aufbau einer Bettdecke – Hülle, Füllung, Steppung und Kammern

Eine Bettdecke besteht im Wesentlichen aus einer Hülle und einer Füllung. Wie diese Füllung innerhalb der Decke verteilt und gehalten wird, hängt vom Material und von der Konstruktion ab. Steppnähte, Kammern und Stege erfüllen dabei je nach Bettdeckentyp unterschiedliche Aufgaben.

Für Wärmeleistung, Gewicht und Liegegefühl ist deshalb nicht nur das Füllmaterial entscheidend. Auch Füllmenge, Hülle, Steppung und gesamte Konstruktion müssen zusammenpassen.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen losen Füllungen wie Daunen und zusammenhängenden Vliesfüllungen aus Wolle, Naturhaar oder anderen Fasern. Beide benötigen einen unterschiedlichen Aufbau.

Mehr über die Eigenschaften der einzelnen Füllungen erfahren Sie unter Materialien und Füllungen für Bettdecken.

Wie ist eine Bettdecke aufgebaut?

Welche Bestandteile eine Bettdecke besitzt und wie diese ausgeführt werden, hängt vom verwendeten Füllmaterial und vom gewünschten Aufbau ab.

Bestandteil Aufgabe Bedeutung
Hülle umschliesst die Füllung beeinflusst Gewicht, Griff und Feuchtigkeitsverhalten
Füllung bildet die isolierende Schicht beeinflusst Wärmeleistung, Gewicht, Volumen und Liegegefühl
Steppung fixiert eine Vliesfüllung oder unterteilt die Deckenfläche hilft, die Füllung an der vorgesehenen Stelle zu halten
Kammern und Stege bilden getrennte Bereiche für lose Füllungen beeinflussen Füllhöhe, Verteilung und Konstruktion der Decke
Randverarbeitung schliesst die Bettdecke seitlich ab trägt zu einer sauberen und stabilen Verarbeitung bei
Der wichtigste Konstruktionsunterschied:

Lose Füllungen wie Daunen müssen innerhalb der Deckenfläche verteilt und begrenzt werden. Vliesfüllungen bilden bereits eine zusammenhängende Schicht und werden durch eine passende Steppung mit der Hülle verbunden.

Die Hülle einer Bettdecke

Die Hülle umschliesst die Füllung und muss zum verwendeten Material passen. Bei vielen Bettdecken wird Baumwolle eingesetzt, je nach Füllung jedoch in unterschiedlichen Stoffqualitäten und Webarten.

Hülle bei Daunendecken

Daunen und feine Federbestandteile benötigen einen dafür geeigneten, dicht gewebten Stoff. Die Hülle soll die Füllung zuverlässig im Inneren halten und gleichzeitig zum gewünschten Gewicht und Liegegefühl der Bettdecke passen.

Mehr dazu erfahren Sie unter Was bedeutet daunendicht?.

Hülle bei Vliesfüllungen

Bei Bettdecken mit einem zusammenhängenden Vlies wird die Füllschicht durch eine geeignete Steppung mit der Hülle verbunden. Hülle, Vliesstärke und Steppbild werden dabei auf Material, Füllmenge und gewünschten Aufbau abgestimmt.

Füllmaterial und Füllmenge

Das Füllmaterial beeinflusst unter anderem Wärmeisolation, Gewicht, Liegegefühl, Feuchtigkeitsverhalten und Pflege. Für die Konstruktion ist besonders wichtig, ob die Füllung lose oder als zusammenhängendes Vlies verarbeitet wird.

Daunen sind ein typisches Beispiel für eine lose Füllung. Schafwolle, Alpaka, Kamelhaar und verschiedene pflanzliche oder synthetische Fasern können dagegen als Vlies verarbeitet werden.

Neben dem Material ist die Füllmenge wichtig. Innerhalb vergleichbarer Materialien und Konstruktionen bedeutet mehr Füllung in der Regel auch mehr Wärmeisolation und meist ein höheres Gewicht.

Füllgewichte verschiedener Materialien sollten jedoch nicht direkt miteinander verglichen werden. Eine Bettdecke mit beispielsweise 300 g/m² Daunen, Wolle oder Kunstfaser besitzt nicht automatisch dieselbe Wärmeleistung.

Füllgewicht und Wärmegrad sind nicht dasselbe.

Das Füllgewicht beschreibt die Menge des verwendeten Materials. Der Wärmegrad beschreibt dagegen die Wärmeleistung der fertigen Bettdecke. Material, Füllmenge und Konstruktion müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Welche Aufgabe hat die Steppung?

Die Steppung sorgt dafür, dass die Füllung innerhalb der Bettdecke an der vorgesehenen Stelle bleibt. Ihre genaue Funktion hängt von der Art der Füllung ab.

  • Bei Vliesfüllungen verbinden die Steppnähte die zusammenhängende Füllschicht mit der Hülle.
  • Bei durchgesteppten Bettdecken mit loser Füllung können die Nähte die Deckenfläche in einzelne Füllbereiche unterteilen.

Je nach Bettdeckentyp kommen beispielsweise Karo-, Rauten-, Kreis- oder andere Steppmuster zum Einsatz. Das sichtbare Steppbild allein sagt jedoch nicht aus, wie warm eine Bettdecke ist.

Durchgesteppte Konstruktion

Bei einer vollständig durchgesteppten Bettdecke werden Ober- und Unterstoff entlang der Steppnähte direkt miteinander verbunden. An diesen Stellen steht entsprechend weniger Raum für die Füllung zur Verfügung.

Eine solche Konstruktion kann bei leichteren Bettdecken sinnvoll sein. Die tatsächliche Wärmeleistung hängt jedoch weiterhin von Füllmaterial, Füllmenge und gesamtem Aufbau ab.

Kassettendecken, Kammern und Stege

Bei einer Kassettendecke wird die Deckenfläche in einzelne Kammern unterteilt. Diese Konstruktion wird besonders bei losen Füllungen wie Daunen eingesetzt.

Zwischen Ober- und Unterstoff können Innenstege eingearbeitet sein. Diese Stoffwände halten Ober- und Unterseite auf Abstand und schaffen dadurch auch an den Kammergrenzen Raum für die Füllung.

Steghöhe, Kammergrösse und Füllmenge müssen aufeinander abgestimmt sein. Kassettendecken werden deshalb besonders bei stärker gefüllten Daunendecken eingesetzt.

Mehr dazu finden Sie unter Steg bei Bettdecken.

Nicht verwechseln:

Die Konstruktion beschreibt, wie eine Bettdecke aufgebaut ist. Der Wärmegrad beschreibt die Wärmeleistung der fertigen Decke. Eine bestimmte Steppung oder Kammerkonstruktion entspricht deshalb nicht automatisch einer bestimmten Wärmestufe.

Wie werden Vliesfüllungen verarbeitet?

Schafwolle, Alpaka, Kamelhaar und verschiedene andere Fasern werden bei Bettdecken häufig als zusammenhängendes Vlies verarbeitet. Anders als lose Daunen benötigt ein Vlies keine einzelnen geschlossenen Füllkammern.

Die Steppnähte verbinden das Vlies mit der Hülle und helfen dabei, die Füllschicht gleichmässig über die Deckenfläche zu halten.

Durchgesteppte Sommerausführung

Bei verschiedenen leichten Sommerdecken verwenden wir eine vollständig durchgesteppte Konstruktion. Zusammen mit einer geringeren Füllmenge entsteht eine flachere Bettdecke für einen geringeren Wärmebedarf.

Bei entsprechenden Modellen verwenden wir auf Bettdecken.ch dafür auch die Bezeichnung Einziehdecke. Dieser Begriff wird ausserhalb unseres Sortiments nicht überall einheitlich verwendet.

Kurznaht-Steppung

Bei verschiedenen stärker gefüllten Vliesdecken verwenden wir eine Kurznaht-Steppung. Dabei wird das Vlies durch kürzere Steppnähte mit der Hülle verbunden.

Welche Steppung sinnvoll ist, richtet sich nach Füllmaterial, Füllmenge und gewünschter Wärmeleistung. Eine Kurznaht-Steppung allein macht eine Bettdecke deshalb nicht automatisch zu einer Ganzjahres- oder Winterdecke.

Mehrteilige Konstruktionen: Duo-Systeme

Bei einem Duo-Deckensystem werden zwei unterschiedlich warme Bettdecken miteinander kombiniert. Je nach Modell können die beiden Teile einzeln oder gemeinsam verwendet werden.

Die höhere Wärmeleistung entsteht dabei nicht durch eine einzelne stärker gefüllte Decke, sondern durch die Kombination zweier eigenständiger Decken.

Wie beeinflusst die Konstruktion die Wärmeleistung?

Die Wärmeleistung einer Bettdecke entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Füllmaterial,
  • Füllmenge,
  • Volumen und Struktur der Füllung,
  • Steppung oder Kammerkonstruktion und
  • Hülle.

Eine schwere oder besonders dick wirkende Bettdecke ist deshalb nicht automatisch wärmer als eine leichtere.

Für die Auswahl ist die Wärmeleistung der fertigen Bettdecke aussagekräftiger als Füllgewicht oder Steppart allein.

Wie Sie die passende Wärmestufe bestimmen, erklären wir in unserer Kaufberatung zum Wärmegrad.

Woran erkennen Sie eine sinnvoll aufgebaute Bettdecke?

Eine gute Konstruktion ist vor allem auf Füllmaterial, Füllmenge und vorgesehenen Wärmegrad abgestimmt. Eine bestimmte Steppung oder Kammerform ist deshalb nicht grundsätzlich besser als eine andere.

  • Saubere Verarbeitung: Nähte und Randabschlüsse sollten gleichmässig ausgeführt sein.
  • Passende Füllverteilung: Die Füllung sollte zur jeweiligen Konstruktion gleichmässig verteilt sein.
  • Geeignete Hülle: Der Bezugsstoff sollte zum verwendeten Füllmaterial passen.
  • Passende Steppung: Steppmuster und Nahtabstände sollten auf Füllung und Füllmenge abgestimmt sein.
  • Passende Kammerkonstruktion: Bei Kassettendecken sollten Kammergrösse, Steghöhe und Füllmenge zusammenpassen.
  • Klare Produktangaben: Füllmaterial, Füllgewicht, Wärmegrad und Pflegehinweise sollten nachvollziehbar angegeben sein.
Für den Vergleich wichtig:

Beurteilen Sie eine Bettdecke nicht nur anhand von Material, Dicke oder Füllgewicht. Entscheidend ist, wie Hülle, Füllung und Konstruktion als fertige Bettdecke zusammenspielen.

Häufige Fragen zum Aufbau von Bettdecken

Was ist der Unterschied zwischen einer durchgesteppten Bettdecke und einer Kassettendecke?

Bei einer durchgesteppten Bettdecke liegen Ober- und Unterstoff entlang der Steppnähte direkt aufeinander. Bei einer Kassettendecke entstehen dagegen einzelne Kammern, die durch Innenstege voneinander getrennt sein können.

Was ist ein Steg bei einer Bettdecke?

Ein Steg ist eine Stoffwand innerhalb einer Kammerkonstruktion. Er hält Ober- und Unterstoff auf Abstand und schafft dadurch auch an den Kammergrenzen Raum für die Füllung.

Was ist eine Einziehdecke?

Auf Bettdecken.ch verwenden wir diese Bezeichnung bei entsprechenden durchgesteppten Sommerdecken. Ober- und Unterseite werden dabei entlang der Steppnähte miteinander verbunden. Der Begriff wird allgemein nicht überall einheitlich verwendet.

Welche Konstruktion eignet sich für eine Sommerdecke?

Bei leichten Bettdecken können flachere und vollständig durchgesteppte Konstruktionen sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch immer die gesamte Wärmeleistung aus Füllmaterial, Füllmenge und Aufbau.

Welche Konstruktion eignet sich für eine Winterdecke?

Das hängt vom Füllmaterial ab. Bei stärker gefüllten Daunendecken können Kassettensysteme mit Innenstegen sinnvoll sein. Bei Vliesfüllungen aus Wolle, Naturhaar oder anderen Fasern werden dagegen passende Steppkonstruktionen eingesetzt.

Ist eine Kassettendecke grundsätzlich wärmer als eine Steppdecke?

Nein. Die Konstruktion allein bestimmt nicht den Wärmegrad. Füllmaterial, Füllmenge, Steghöhe, Kammergrösse und der gesamte Aufbau müssen gemeinsam betrachtet werden.

Fazit: Hülle, Füllung und Konstruktion müssen zusammenpassen

Der Aufbau einer Bettdecke muss auf das verwendete Füllmaterial und die gewünschte Wärmeleistung abgestimmt sein. Lose Daunen benötigen eine andere Konstruktion als ein zusammenhängendes Woll- oder Faservlies.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur Material und Füllgewicht, sondern auch Steppung, Kammern und den gesamten Aufbau der Bettdecke.

Passende Bettdecke finden:

Unsere Bettdecken-Auswahlhilfe hilft Ihnen, Wärmegrad, Liegegefühl, Anforderungen und Grösse einzugrenzen.

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