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Kältebrücken und Wärmestau bei Bettdecken

Wenn Sie trotz einer warmen Bettdecke frieren oder unter der Decke schnell schwitzen, kann auch ihre Konstruktion eine Rolle spielen. Steppnähte, Kammern und die Verteilung der Füllung beeinflussen, wie gleichmässig eine Bettdecke Wärme zurückhält.

Die Konstruktion ist jedoch nur ein Teil der Bettdecke. Ebenso wichtig sind Füllmaterial, Füllgewicht, Wärmegrad, Oberstoff, Bettdeckengrösse, Raumtemperatur und das persönliche Wärmeempfinden.

Kurz erklärt:
Eine Kältebrücke ist ein Bereich der Bettdecke, an dem weniger isolierendes Füllvolumen vorhanden ist. Wärmestau entsteht dagegen, wenn die Bettdecke insgesamt mehr Wärme zurückhält, als für die schlafende Person angenehm ist.

Mehr über Kammern, Steppungen und Füllungen erfahren Sie in unserem Ratgeber über den Aufbau von Bettdecken.

Was ist eine Kältebrücke bei einer Bettdecke?

Eine Kältebrücke ist ein Bereich, an dem die Bettdecke weniger gut isoliert als in der direkten Umgebung. Häufig entsteht eine solche Stelle entlang einer durchgehenden Steppnaht.

An der Naht werden Oberstoff und Unterstoff direkt miteinander verbunden. Die Füllung wird dadurch zusammengedrückt oder vollständig unterbrochen. An dieser Stelle ist weniger isolierendes Volumen vorhanden und Körperwärme kann leichter nach aussen übertragen werden.

Fachlich wäre dafür auch der Begriff Wärmebrücke möglich, weil Wärme an dieser Stelle leichter übertragen wird. Bei Bettdecken wird jedoch meistens von einer Kältebrücke gesprochen, da sich die betroffene Stelle für die schlafende Person kühler anfühlt.

Sind Steppnähte bei Bettdecken ein Nachteil?

Steppnähte sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie halten die Füllung an ihrem Platz und verhindern, dass sie sich innerhalb der Bettdecke stark verschiebt.

Welche Steppung sinnvoll ist, hängt vom Füllmaterial und vom vorgesehenen Wärmegrad ab. Eine leichte Sommerdecke benötigt eine andere Konstruktion als eine warme Winterdecke.

Bei einer Sommerdecke können durchgehende Steppnähte sinnvoll sein. Sie begrenzen das Füllvolumen und unterstützen eine leichte Ausführung. Bei einer Winterdecke sollen dagegen möglichst wenige stark zusammengedrückte Bereiche entstehen.

Wichtige Konstruktionen im Überblick

Konstruktion Merkmale Häufige Verwendung
Einziehdecke Die Füllung wird als zusammenhängendes Vlies eingezogen und durch Steppnähte fixiert. An den Nähten ist die Decke flacher. leichte Sommerdecken aus Wolle, Pflanzenfasern oder Kunstfasern
Kurznahtsteppung Kurze und unterbrochene Nähte halten die Füllung fest, ohne die Bettdecke über ihre gesamte Breite zusammenzudrücken. Ganzjahres- und Winterdecken mit Vliesfüllung
Karosteppung Ober- und Unterstoff sind entlang der Karos direkt miteinander vernäht. Die Daunen bleiben in den einzelnen Feldern verteilt. leichte Daunendecken und Sommerdecken
Kassetten- oder Stegkonstruktion Innenstege halten Ober- und Unterstoff auseinander. Die Füllung kann dadurch auch zwischen den Kammern mehr Volumen behalten. warme Daunen- und Winterdecken
Duo-Konstruktion Zwei einzelne Bettdecken werden miteinander verbunden. Versetzte Steppungen und die Luftschicht zwischen den Lagen reduzieren direkte kalte Bereiche. warme Winterdecken und flexible Duo-Deckensysteme

Eine Konstruktion mit wenigen durchgehenden Nähten ist nicht automatisch für jede Bettdecke besser. Die Steppung muss immer zum Füllmaterial, zum Füllgewicht und zur gewünschten Wärmeleistung passen.

Warum friere ich trotz einer warmen Bettdecke?

Eine Bettdecke kann dick aussehen und trotzdem nicht überall gleichmässig isolieren. Die sichtbare Dicke allein sagt deshalb wenig über die tatsächliche Wärmeleistung aus.

Mögliche Gründe für das Frieren sind:

  • Durchgehende Steppnähte: Entlang der Nähte ist weniger Füllvolumen vorhanden.
  • Zu niedriges Füllgewicht: Die Bettdecke entspricht nicht dem persönlichen Wärmebedürfnis.
  • Ungleichmässige Füllung: Das Material hat sich verschoben, verdichtet oder einzelne Felder sind zu wenig gefüllt.
  • Zu kleine Bettdecke: An Schultern, Seiten oder Füssen entstehen offene Bereiche.
  • Verrutschende Bettdecke: Beim Drehen wird ein Teil des Körpers nicht mehr vollständig abgedeckt.
  • Kühles Schlafzimmer: Der Wärmegrad der Bettdecke passt nicht zur Raumtemperatur.
  • Persönliches Wärmeempfinden: Manche Menschen benötigen auch in einem normal temperierten Raum eine deutlich wärmere Bettdecke.

Spüren Sie entlang bestimmter Nähte deutlich kühlere Streifen, kann die Konstruktion eine Rolle spielen. Frieren Sie dagegen grossflächig, ist die Bettdecke wahrscheinlich insgesamt zu leicht.

Warum friere ich besonders an Schultern oder Füssen?

Kalte Schultern oder Füsse werden nicht immer durch Kältebrücken innerhalb der Bettdecke verursacht. Häufig schliesst die Decke an diesen Stellen nicht vollständig ab.

Mögliche Ursachen sind:

  • Die Bettdecke ist zu kurz oder zu schmal.
  • Die Decke rutscht beim Drehen zur Seite.
  • Am Schulterbereich entsteht eine offene Stelle.
  • Der Rand der Bettdecke besitzt weniger Füllvolumen.
  • Die Füllung hat sich vom Rand in die Mitte verschoben.

Eine ausreichend grosse Bettdecke kann den Körper besser umschliessen. Informationen zu passenden Massen finden Sie in unserer Übersicht über Bettdeckengrössen.

Was ist Wärmestau unter einer Bettdecke?

Von Wärmestau spricht man, wenn eine Bettdecke mehr Wärme zurückhält, als für die schlafende Person angenehm ist. Unter der Decke wird es zu warm. Häufig steigt gleichzeitig die Feuchtigkeit im Bettbereich.

Wärmestau ist nicht das Gegenteil einer Kältebrücke. Eine Kältebrücke ist ein örtlich begrenzter Bereich mit geringerer Isolation. Wärmestau betrifft dagegen meistens die gesamte Schlafumgebung unter der Bettdecke.

Typische Hinweise sind:

  • Sie müssen sich während der Nacht wiederholt aufdecken.
  • Die Bettwäsche oder Schlafkleidung fühlt sich feucht an.
  • Sie wachen wegen eines unangenehmen Wärmegefühls auf.
  • Die Bettdecke ist selbst in einem eher kühlen Raum zu warm.
  • Nach dem Aufdecken wird Ihnen schnell wieder kalt.

Warum schwitze ich unter der Bettdecke?

Schwitzen kann viele Ursachen haben. Bei Bettwaren ist häufig der Wärmegrad der Bettdecke zu hoch. Die Konstruktion kann das Wärmegefühl zusätzlich beeinflussen, ist aber selten die einzige Ursache.

Mögliche Gründe sind:

  • zu hohes Füllgewicht
  • zu warme Bettdecke für die Jahreszeit
  • zu hohe Raumtemperatur
  • warme Schlafkleidung
  • zusätzliche Decken oder schwere Bettüberwürfe
  • ein dichter oder schwerer Bettbezug
  • eine Füllung oder ein Oberstoff, die nicht zum persönlichen Schlafgefühl passen

Wenn Ihnen regelmässig zu warm ist, hilft meist eine Bettdecke mit geringerem Füllgewicht und niedrigerem Wärmegrad. Passende Modelle finden Sie bei unseren leichten Sommerdecken.

Welche Bettdecke passt zu Ihrem Wärmebedürfnis?

Wärmebedürfnis Worauf achten? Mögliche Auswahl
Sie haben schnell zu warm geringes Füllgewicht, leichter Oberstoff und niedriger Wärmegrad leichte Sommerdecke
Ausgeglichenes Wärmegefühl mittleres Füllgewicht und zur Füllung passende Steppung Ganzjahresdecke
Sie frieren schnell hohes Füllgewicht und möglichst gleichmässige Isolation Winterdecke
Sie möchten flexibel bleiben mehrere kombinierbare Wärmegrade Duo-Deckensystem

Diese Empfehlungen dienen als Orientierung. Das persönliche Wärmeempfinden kann sich deutlich unterscheiden.

Woran erkennen Sie eine gut konstruierte Bettdecke?

  • Die Konstruktion passt zum Füllmaterial.
  • Die Steppung passt zum vorgesehenen Wärmegrad.
  • Die Füllung ist möglichst gleichmässig verteilt.
  • Das Füllgewicht ist klar angegeben.
  • Es sind keine deutlich leeren oder stark verdichteten Felder erkennbar.
  • Die Bettdecke besitzt die passende Länge und Breite.
  • Oberstoff, Füllung und Steppung sind aufeinander abgestimmt.

Eine gute Bettdecke entsteht immer durch das Zusammenspiel mehrerer Merkmale. Kein einzelnes Material und keine einzelne Steppung entscheidet allein über das Wärmegefühl.

Häufige Fragen zu Kältebrücken und Wärmestau

Sind durchgehende Steppnähte immer schlecht?

Nein. Bei leichten Sommerdecken können durchgehende Nähte sinnvoll sein. Sie begrenzen das Füllvolumen und halten die Füllung gleichmässig verteilt. Bei warmen Winterdecken werden dagegen häufig Konstruktionen verwendet, die direkte kalte Bereiche reduzieren.

Was ist der Unterschied zwischen Karosteppung und Kassettenkonstruktion?

Bei einer Karosteppung werden Ober- und Unterstoff direkt miteinander vernäht. Bei einer Kassettenkonstruktion liegen zwischen beiden Stofflagen Innenstege. Dadurch bleibt im Bereich zwischen den Kammern mehr Platz für die Füllung.

Ist eine dicke Bettdecke immer wärmer?

Nein. Sichtbare Dicke allein sagt wenig über die Wärmeleistung aus. Wichtig sind Füllmaterial, Füllgewicht, Füllvolumen, Konstruktion und Oberstoff.

Kann eine Kältebrücke das Frieren verursachen?

Eine Kältebrücke kann zu örtlich kühleren Bereichen beitragen. Frieren unter der Bettdecke kann aber auch an einem zu niedrigen Wärmegrad, einer zu kleinen Decke, einer kalten Raumtemperatur oder dem persönlichen Wärmeempfinden liegen.

Welche Steppung eignet sich für eine Sommerdecke?

Bei Sommerdecken sind durchgesteppte Einziehdecken oder Karosteppungen häufig sinnvoll. Sie halten die Füllung gleichmässig verteilt und ermöglichen eine leichte Konstruktion mit niedrigem Füllgewicht.

Welche Konstruktion eignet sich für eine Winterdecke?

Bei Winterdecken mit Vliesfüllung kann eine Kurznahtsteppung direkte kalte Linien reduzieren. Bei warmen Daunendecken wird häufig eine Kassetten- oder Stegkonstruktion verwendet.

Hilft bei Wärmestau eine andere Steppung?

Eine leichtere Konstruktion kann helfen. Meist ist jedoch wichtiger, eine Bettdecke mit geringerem Füllgewicht und niedrigerem Wärmegrad zu wählen.

Fazit: Wärmegrad und Konstruktion müssen zusammenpassen

Kältebrücken entstehen an Bereichen, an denen weniger isolierendes Füllvolumen vorhanden ist. Das kann beispielsweise entlang durchgehender Steppnähte der Fall sein. Bei warmen Bettdecken können Kurznahtsteppungen, Innenstege oder versetzte Steppungen solche Bereiche reduzieren.

Wärmestau entsteht dagegen, wenn die Bettdecke insgesamt zu viel Wärme zurückhält. In diesem Fall ist häufig eine leichtere Bettdecke mit geringerem Füllgewicht sinnvoller als nur eine andere Steppung.

Für ein angenehmes Schlafklima müssen Füllmaterial, Füllgewicht, Konstruktion, Oberstoff, Bettdeckengrösse und persönliches Wärmebedürfnis zusammenpassen.

Eine Übersicht über unsere verschiedenen Ausführungen finden Sie im Bereich Bettdecken.