Startseite » Lexikon » Lanolin, Wollfett und Fettwolle: Bedeutung, Funktion und Vorteile

Was sind Wollfett und Lanolin?

Kurz erklärt: Lanolin (Wollfett) ist ein natürliches Wachs aus Schafwolle. Es schützt die Fasern vor Feuchtigkeit, hält sie geschmeidig und wird in Hautpflege, Textilien und Naturbettwaren verwendet.

Lanolin und Wollfett sind zwei Bezeichnungen für denselben natürlichen Stoff. Dabei handelt es sich um ein Wachs, das in der Schafwolle enthalten ist. Man nennt es auch Schafwachs.

Dieses natürliche Fett bildet eine Schutzschicht auf den Haaren der Schafe. Es schützt die Tiere vor Regen, Kälte und Austrocknung. Genau diese Eigenschaften machen Lanolin auch für viele Anwendungen in der Textil- und Hautpflege interessant.

Lanolin besitzt eine besondere Fähigkeit: Es kann Feuchtigkeit aufnehmen und gleichzeitig Wasser abweisen. Während Wasser abperlt, bleiben die Fasern weich und geschmeidig. Deshalb wird Lanolin seit Jahrhunderten in der Hautpflege, der Textilpflege und in der Kosmetik verwendet.

Auch bei Naturbettwaren spielt dieser Stoff eine wichtige Rolle, da er zum angenehmen Schlafklima von Wollbettdecken beiträgt.

Was ist Fettwolle?

Als Fettwolle bezeichnet man Wolle, die frisch vom Schaf geschoren wurde und noch nicht gewaschen ist. In dieser Rohwolle ist der natürliche Anteil an Wollfett vollständig enthalten.

Fettwolle wird seit langem als traditionelles Hausmittel verwendet, zum Beispiel:

  • bei Ohrenschmerzen
  • bei gereizter Haut
  • zur Pflege empfindlicher Babyhaut

Das enthaltene Lanolin wirkt beruhigend und hilft dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren.

Wie gewinnt man Lanolin?

Lanolin entsteht bei der Verarbeitung von Rohwolle. Beim ersten Waschen der frisch geschorenen Wolle löst sich das natürliche Wollfett aus den Fasern.

Dieses Fett wird gesammelt, gereinigt und gefiltert. Daraus entsteht das reine Lanolin, das später in verschiedenen Produkten verwendet wird.

Die Gewinnung ist besonders nachhaltig, da Lanolin als Nebenprodukt der Wollverarbeitung anfällt.

Eigenschaften von Lanolin

Lanolin besitzt mehrere Eigenschaften, die es für Hautpflege und Textilien interessant machen:

  • Hautpflegend: bildet eine schützende Schicht auf der Haut
  • Feuchtigkeitsregulierend: kann Feuchtigkeit aufnehmen und speichern
  • Wasserabweisend: schützt Fasern vor Nässe
  • Erhält die Elastizität von Wolle: Wollfasern bleiben weich und langlebig

Diese Eigenschaften tragen auch dazu bei, dass Bettdecken aus Schafwolle ein trockenes und ausgeglichenes Schlafklima bieten.

Wo wird Lanolin verwendet?

Lanolin ist vielseitig einsetzbar und wird in verschiedenen Bereichen genutzt:

  • Hautpflege: in Cremes, Salben und Lippenpflege
  • Haarpflege: schützt Haare vor Austrocknung
  • Textilpflege: erhält die Geschmeidigkeit von Wolle und Leder
  • Babyprodukte: schützt empfindliche Haut

Für die Pflege von Wollprodukten verwenden viele Menschen spezielle Reinigungsmittel, zum Beispiel ein Woll-Shampoo, das Wollfasern reinigt, ohne das natürliche Wollfett zu stark zu entfernen.

Lanolin bei verschiedenen Naturfasern

Schafwolle

Schafschurwolle enthält von Natur aus relativ viel Lanolin. Dieses Wollfett schützt die Fasern und sorgt für ihre typische Elastizität.

Alpakawolle

Alpakawolle enthält deutlich weniger Lanolin als Schafwolle. Dadurch ist sie oft besonders geruchsarm und wird von empfindlichen Personen häufig gut vertragen.

Kamelhaar

Auch Kamelhaar enthält natürliche Fettstoffe. Diese unterstützen die Feuchtigkeitsregulierung innerhalb der Decke und tragen zu einem trockenen Schlafklima bei.

Fazit

Lanolin – auch Wollfett genannt – ist ein natürlicher Schutzstoff aus der Schafwolle. Er schützt Fasern vor Feuchtigkeit, hält sie geschmeidig und wird seit Jahrhunderten in Hautpflege und Textilpflege genutzt.

Auch bei Naturbettwaren trägt Lanolin dazu bei, dass Wollfasern elastisch bleiben und ein angenehmes Schlafklima entsteht.

Mehr Grundlagen zu Materialien finden Sie im Überblick über Materialien für Bettdecken.