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Webarten und Stoffarten bei Bettwäsche und Bettwaren

Material, Webart und Verarbeitung bestimmen, wie sich Bettwäsche und die Hüllen von Bettwaren anfühlen. Einige Stoffe besitzen eine glatte Oberfläche, andere sind weich, strukturiert oder wärmend. Für die fest vernähten Hüllen von Kissen und Bettdecken gelten teilweise andere Anforderungen als für abnehmbare Bettwäsche.

Dieser Lexikoneintrag erklärt wichtige Webarten und Stoffarten für Bettwäsche, Kissen und Bettdecken.

Kurz erklärt:
Baumwolle, Leinen und Seide sind Materialien. Satinbindung und Leinwandbindung sind Webarten. Perkal, Renforcé und Biber sind Bezeichnungen für Stoffarten. Jersey wird dagegen nicht gewebt, sondern gestrickt.

Teil unseres grossen Ratgebers:
Eine ausführliche Übersicht finden Sie auf unserer Seite über Stoffe und Webarten bei Bettwäsche →

Material, Webart und Stoffart unterscheiden

Die Begriffe werden häufig gleich verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Merkmale eines Textils:

  • Material: die verwendete Faser, zum Beispiel Baumwolle, Leinen, Seide oder Polyester
  • Webart oder Bindung: die Art, wie Kett- und Schussfäden miteinander verbunden sind
  • Stoffart: ein fertiges Gewebe mit einer typischen Konstruktion und Oberfläche
  • Maschenware: ein gestrickter oder gewirkter Stoff, zum Beispiel Jersey

Ein Stoff kann somit aus Baumwolle bestehen und gleichzeitig in Satinbindung gewebt sein. Das fertige Gewebe wird dann als Baumwoll-Satin bezeichnet.

Bettwäsche und fest vernähte Hüllen

Bei Bettwaren sind zwei Arten von Hüllen zu unterscheiden:

  • Abnehmbare Bettwäsche: Dazu gehören Kissenbezüge und Bettdeckenbezüge. Sie liegen direkt auf der Haut und werden regelmässig gewaschen.
  • Fest vernähte Hülle oder Inlett: Sie umschliesst die Füllung eines Kissens oder einer Bettdecke dauerhaft.

Bei Bettwäsche stehen vor allem Hautgefühl, Gestaltung und Pflege im Mittelpunkt. Ein Inlett muss zusätzlich zur Füllung passen. Für Daunen und Federn werden beispielsweise besonders dichte Gewebe benötigt.

Wichtige Stoffarten im Überblick

Stoffart Typische Oberfläche Häufige Verwendung
Baumwoll-Satin glatt, weich und leicht glänzend Bettwäsche für viele Jahreszeiten
Renforcé glatt, matt und unkompliziert Alltags- und Kinderbettwäsche
Perkal glatt, matt und eher griffig Bettwäsche für ein frisches Hautgefühl
Biber und Feinbiber weich, aufgeraut und wärmend Bettwäsche für die kühle Jahreszeit
Musselin weich, locker und strukturiert leichte und unkomplizierte Bettwäsche
Seersucker gewellt, leicht und luftig pflegeleichte Bettwäsche für warme Nächte
Jersey weich, elastisch und anschmiegsam Fixleintücher und Bettwäsche
Jacquard und Damast eingewebte Muster mit sichtbarer Struktur dekorative Bettwäsche und Wohntextilien
Batist und Daunenbatist fein, leicht und glatt fest vernähte Hüllen von Kissen und Bettdecken

Die Stoffarten kurz erklärt

Baumwoll-Satin

Baumwoll-Satin besteht aus Baumwolle und wird in Satinbindung gewebt. Längere Fadenabschnitte auf der Oberfläche sorgen für das glatte Hautgefühl und den dezenten Glanz.

Der Stoff wird häufig für hochwertige Bettwäsche verwendet. Ob er eher frisch oder wärmend wirkt, hängt auch von Webdichte, Stoffgewicht und Verarbeitung ab.

Renforcé

Renforcé ist ein mittelfeines Baumwollgewebe in Leinwandbindung. Die Oberfläche ist meist glatt, matt und gleichmässig.

Der Stoff ist unkompliziert und wird häufig für Alltagsbettwäsche sowie Kinderbettwäsche verwendet.

Perkal

Perkal ist ein feines und dichtes Gewebe in Leinwandbindung. Er wird bei Bettwäsche meistens aus Baumwolle hergestellt.

Die Oberfläche ist matt, glatt und etwas griffiger als Baumwoll-Satin. Viele Menschen empfinden Perkal bei wärmeren Temperaturen als angenehm frisch.

Eine passende Ausführung finden Sie bei unserer Perkal-Bettwäsche.

Biber und Feinbiber

Biber ist ein Baumwollgewebe, dessen Oberfläche auf einer oder beiden Seiten aufgeraut wird. Die feinen, aufgerichteten Fasern machen den Stoff weich und wärmend.

Feinbiber ist meist leichter und feiner als klassischer Biber. Beide Varianten werden vor allem in der kühlen Jahreszeit verwendet.

Musselin

Musselin ist ein locker gewebter Stoff mit einer weichen und leicht unregelmässigen Oberfläche. Er kann einlagig oder mehrlagig hergestellt werden.

Die typische Struktur gehört zum gewünschten Erscheinungsbild. Musselin wird deshalb in der Regel nicht glatt gebügelt.

Seersucker

Seersucker besitzt eine dauerhaft gewellte oder geraffte Oberfläche. Dadurch liegt der Stoff nicht überall direkt auf der Haut auf.

Viele Menschen empfinden ihn deshalb als luftig. Die gewellte Struktur muss normalerweise nicht glatt gebügelt werden.

Eine passende Ausführung finden Sie bei unserer Seersucker-Bettwäsche.

Jersey

Jersey ist keine Webart, sondern eine Maschenware. Der Stoff wird gestrickt und ist dadurch weich, elastisch und anschmiegsam.

Jersey wird besonders häufig für Fixleintücher verwendet. Je nach Ausführung eignet er sich auch für Kissen- und Bettdeckenbezüge.

Jacquard und Damast

Jacquard bezeichnet eine Technik, mit der komplexe Muster direkt in ein Gewebe eingearbeitet werden. Die Eigenschaften des fertigen Stoffes hängen vom Material und von der verwendeten Bindung ab.

Damast ist ein gemustertes Gewebe mit abwechselnd matten und glänzenden Flächen. Moderne Damaststoffe werden häufig mit Jacquardtechnik hergestellt.

Batist und Daunenbatist

Batist ist ein besonders feines und leichtes Gewebe in Leinwandbindung. Er kann aus Baumwolle, Leinen oder anderen Fasern hergestellt werden.

Daunenbatist wird besonders fein und dicht gewebt. Dadurch eignet er sich als fest vernähte Hülle für Daunen- und Federfüllungen.

Welche Stoffart passt zu welchem Bedürfnis?

  • Glatt und leicht glänzend: Baumwoll-Satin
  • Matt und frisch: Perkal
  • Unkompliziert für den Alltag: Renforcé
  • Weich und wärmend: Biber oder Feinbiber
  • Locker und strukturiert: Musselin
  • Luftig und pflegeleicht: Seersucker
  • Elastisch und anschmiegsam: Jersey

Die tatsächlichen Eigenschaften hängen zusätzlich vom verwendeten Material, vom Stoffgewicht, von der Verarbeitung und von der Pflege ab.

Welche Stoffe werden für Inletts verwendet?

Ein Inlett ist die fest vernähte Hülle einer Bettdecke oder eines Kissens. Es muss verhindern, dass die Füllung nach aussen dringt, und gleichzeitig leicht genug für den vorgesehenen Verwendungszweck sein.

Für Daunen und Federn werden besonders dichte, daunendichte Gewebe verwendet. Bei Wolle, Alpaka, Kamelhaar, Baumwolle oder pflanzlichen Füllungen kommen häufig feine Baumwollgewebe zum Einsatz.

Häufige Fragen zu Webarten und Stoffarten

Was ist der Unterschied zwischen Baumwolle und Satin?

Baumwolle ist ein Material. Satin bezeichnet eine Webart. Baumwoll-Satin ist ein Baumwollstoff, der in Satinbindung gewebt wird.

Welche Bettwäsche eignet sich für warme Nächte?

Perkal, Musselin und Seersucker werden häufig als frisch oder luftig empfunden. Entscheidend sind jedoch auch Bettdecke, Raumtemperatur und persönliches Wärmeempfinden.

Welche Bettwäsche eignet sich für den Winter?

Biber und Feinbiber besitzen eine aufgeraute und weiche Oberfläche. Sie werden deshalb besonders häufig in der kühlen Jahreszeit verwendet.

Ist Jersey eine Webart?

Nein. Jersey wird gestrickt und gehört zu den Maschenwaren. Er wird dennoch häufig gemeinsam mit gewebten Stoffarten verglichen.

Was bedeutet daunendicht?

Ein daunendichtes Gewebe ist so fein und dicht verarbeitet, dass Daunen und Federn möglichst nicht durch die Hülle dringen.

Fazit

Bei Bettwäsche bestimmen Material, Webart und Verarbeitung das Hautgefühl und die Pflegeeigenschaften. Baumwoll-Satin wirkt glatt, Perkal eher matt und frisch, Biber weich und warm. Musselin und Seersucker besitzen eine deutlich strukturierte Oberfläche.

Für fest vernähte Inletts sind dagegen vor allem Dichte, Gewicht und die Eignung für das jeweilige Füllmaterial wichtig.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber über Stoffe und Webarten bei Bettwäsche. Unsere verfügbaren Ausführungen finden Sie im Bereich Bettwäsche.