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Schlummertaste: Ist Snoozen schlecht für den Schlaf?

Ob die Schlummertaste morgens müder macht, lässt sich nicht allgemein beantworten. Wiederholte Alarme unterbrechen den letzten Teil des Schlafs und können bei manchen Menschen die Benommenheit nach dem Aufwachen verstärken. Andere empfinden eine kurze Snooze-Phase als angenehmen Übergang zum Wachwerden.
Kurz erklärt: Die bisherige Forschung zeigt weder einen eindeutigen allgemeinen Schaden noch einen klaren Nutzen der Schlummertaste. Entscheidend ist, wie lange und wie häufig Sie snoozen, ob dadurch Schlafzeit verloren geht und wie Sie sich nach dem endgültigen Aufstehen fühlen.

Für viele Menschen beginnt der Morgen mit mehreren Alarmen. Nach dem ersten Klingeln wird die Schlummertaste gedrückt, wenige Minuten später folgt der nächste Alarm.

Snoozen ist weit verbreitet. Trotzdem gibt es bisher nur wenige Studien dazu, wie sich wiederholte morgendliche Alarme auf Schlaf, Wachheit und Leistungsfähigkeit auswirken.

Was passiert beim Snoozen?

Der erste Alarm unterbricht den Schlaf. Wer die Schlummertaste drückt, bleibt im Bett und kann zwischen den Alarmen erneut einschlafen.

Dabei kann leichter Schlaf auftreten. Auch leichter Schlaf gehört zu den echten Schlafphasen. Er wird jedoch bereits nach wenigen Minuten durch den nächsten Alarm wieder unterbrochen.

Dadurch entstehen mehrere kurze Übergänge zwischen Schlaf und Wachsein.

Wie diese Übergänge empfunden werden, ist unterschiedlich:

  • Manche Menschen werden mit jedem Alarm schrittweise wacher.
  • Andere fühlen sich nach jedem erneuten Aufwachen benommener.
  • Einige schlafen zwischen den Alarmen kaum noch ein und bleiben lediglich liegen.

Was ist Schlafträgheit?

Die vorübergehende Benommenheit direkt nach dem Aufwachen wird als Schlafträgheit oder Sleep Inertia bezeichnet.

In dieser Übergangsphase können Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit noch vermindert sein. Häufig besteht ausserdem der Wunsch, sofort wieder einzuschlafen.

Wie stark die Schlafträgheit ausfällt, hängt nicht nur vom Wecker ab. Auch Schlafdauer, Zeitpunkt des Erwachens und die individuelle Reaktion spielen eine Rolle.

Macht die Schlummertaste müder?

Die bisherigen Untersuchungen liefern unterschiedliche Ergebnisse.

Eine Studie kam zum Ergebnis, dass wiederholte Snooze-Alarme die Schlafträgheit nach dem endgültigen Aufstehen verlängern können.

Eine andere Untersuchung mit Menschen, die regelmässig snoozen, fand keine klaren Nachteile bei morgendlicher Schläfrigkeit, Stimmung, Cortisolreaktion oder gesamter Schlafarchitektur. Bei einzelnen Tests war die Leistung direkt nach dem Aufstehen teilweise besser.

Die Studien untersuchten jedoch kleine und unterschiedliche Personengruppen. Aus ihnen lässt sich deshalb keine allgemeine Regel für alle Menschen ableiten.

Die praktische Frage lautet: Stehen Sie nach einer kurzen Snooze-Phase zuverlässig auf und fühlen Sie sich danach normal wach? Oder führt die Schlummertaste zu immer mehr Alarmen, stärkerer Benommenheit und einem hektischen Morgen?

Wann kann Snoozen problematisch werden?

Die Schlummertaste kann ungünstig sein, wenn:

  • Sie jeden Morgen zahlreiche Alarme benötigen
  • aus wenigen Minuten regelmässig eine lange Snooze-Phase wird
  • Sie dadurch später oder unter Zeitdruck aufstehen
  • Sie sich nach dem Snoozen benommener fühlen
  • der erste Alarm unnötig früh eingestellt ist
  • Sie trotz ausreichend langer Schlafzeit kaum wach werden

Häufiges Snoozen beweist nicht automatisch, dass Sie zu wenig schlafen. Es kann aber ein sinnvoller Anlass sein, Schlafdauer, Schlafzeiten und die eigene Morgenroutine zu prüfen.

Ist ein einzelner späterer Alarm besser?

Wenn der erste Alarm deutlich vor der tatsächlichen Aufstehzeit klingelt, kann ein späterer Alarm mehr zusammenhängende Schlafzeit ermöglichen.

Das ist jedoch nur sinnvoll, wenn die spätere Weckzeit realistisch ist und danach noch genügend Zeit für den Morgen bleibt.

Sie können folgenden Ablauf testen:

  1. Beobachten Sie einige Tage, wie lange und wie oft Sie tatsächlich snoozen.
  2. Stellen Sie den ersten Alarm näher an die wirkliche Aufstehzeit.
  3. Nutzen Sie bei Bedarf zunächst einen zweiten Alarm als Absicherung.
  4. Vergleichen Sie, bei welchem Ablauf Sie zuverlässiger aufstehen und sich besser fühlen.

Eine allgemeingültige ideale Anzahl von Alarmen oder eine perfekte Snooze-Dauer gibt es nicht.

So können Sie die Schlummertaste seltener benutzen

Ausreichend Schlafzeit einplanen

Die Schlummertaste ersetzt keine fehlende Schlafzeit. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob zwischen Zubettgehen und Aufstehen genügend Zeit für Schlaf bleibt.

Schlaf- und Weckzeiten beobachten

Sehr unterschiedliche Schlafens- und Aufstehzeiten können das Wachwerden an einzelnen Tagen erschweren.

Eine ungefähr regelmässige Weckzeit kann deshalb für manche Menschen hilfreich sein. Sie muss nicht an jedem Tag minutengenau gleich sein.

Den Wecker bewusst platzieren

Wenn der Wecker nicht direkt neben dem Kopf liegt, müssen Sie sich zumindest aufrichten oder aufstehen, um ihn auszuschalten.

Dieser Tipp eignet sich nur, wenn das Aufstehen im dunklen Raum sicher möglich ist und keine erhöhte Sturzgefahr besteht.

Eine feste erste Handlung wählen

Beginnen Sie nach dem Ausschalten des Weckers direkt mit einer einfachen, wiederkehrenden Handlung. Das kann beispielsweise das Öffnen der Vorhänge, das Einschalten des Lichts oder der Gang ins Badezimmer sein.

Welche Rolle spielt die Schlafumgebung?

Die Nutzung der Schlummertaste hängt nicht nur von Wecker und Gewohnheit ab. Auch die gesamte Schlafqualität kann beeinflussen, wie leicht oder schwer das Aufstehen fällt.

Lärm, Licht, Raumtemperatur und das persönliche Wärmegefühl im Bett können den Schlafkomfort beeinflussen.

Eine Bettdecke sollte zum persönlichen Wärmebedarf passen und weder unangenehmes Frieren noch starken Wärmestau fördern.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Schlafklima.

Weitere Grundlagen finden Sie unter Schlaf einfach erklärt.

Wann sollte starke Müdigkeit abgeklärt werden?

Gelegentliches Snoozen ist normalerweise kein Grund für eine medizinische Abklärung.

Fachlicher Rat kann jedoch sinnvoll sein, wenn Sie:

  • trotz ausreichend langer Schlafzeit regelmässig kaum aufstehen können
  • tagsüber sehr stark schläfrig sind
  • unbeabsichtigt einschlafen
  • laut schnarchen oder Atemaussetzer beobachtet werden
  • über längere Zeit deutlich weniger leistungsfähig sind

Solche Beschwerden können verschiedene Ursachen haben und sollten nicht allein mit einem anderen Wecker behandelt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf.

Häufige Fragen zur Schlummertaste

Ist die Schlummertaste schlecht für den Schlaf?

Nicht bei jedem Menschen. Wiederholte Alarme unterbrechen den letzten Schlafabschnitt. Ob dies als belastend empfunden wird, hängt von Dauer, Häufigkeit und persönlicher Reaktion ab.

Kann Snoozen müder machen?

Ja, manche Menschen fühlen sich nach mehreren kurzen Unterbrechungen benommener. Andere erleben eine kurze Snooze-Phase als angenehmen Übergang zum Wachwerden.

Schläft man zwischen zwei Alarmen wirklich?

Das ist möglich. Zwischen den Alarmen kann erneut leichter Schlaf auftreten. Der nächste Alarm unterbricht diesen Schlaf jedoch nach kurzer Zeit wieder.

Wie oft darf man die Schlummertaste drücken?

Eine wissenschaftlich festgelegte Höchstzahl gibt es nicht. Wichtig ist, ob Sie zuverlässig aufstehen, ausreichend schlafen und sich tagsüber normal wach fühlen.

Sollte man den Wecker lieber später stellen?

Ein späterer Alarm kann mehr zusammenhängende Schlafzeit ermöglichen. Er ist sinnvoll, wenn die neue Weckzeit realistisch ist und danach genügend Zeit für den Morgen bleibt.

Fazit: Snoozen ist nicht für alle Menschen gleich

Die bisherige Forschung zeigt keine eindeutige allgemeine Antwort auf die Frage, ob die Schlummertaste gut oder schlecht ist.

Wiederholte Alarme unterbrechen den letzten Teil des Schlafs und können bei manchen Menschen die Schlafträgheit verstärken. Andere Menschen empfinden eine kurze Snooze-Phase als angenehmen Übergang und zeigen nicht zwingend messbare Nachteile.

Entscheidend ist deshalb das persönliche Ergebnis:

  • Stehen Sie nach kurzer Zeit zuverlässig auf?
  • Fühlen Sie sich danach normal wach?
  • Oder führt Snoozen zu mehr Müdigkeit, Zeitdruck und immer weiteren Alarmen?

Wenn die Schlummertaste zum täglichen Problem wird, sollten Sie nicht nur den Wecker verändern. Prüfen Sie auch Schlafdauer, Schlafzeiten, morgendliche Gewohnheiten und mögliche anhaltende Schlafprobleme.